Warum Alkoholkonsum gefährlich für das Pankreas ist
Freitag, 3. Juli 2009
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Liverpool – Die Hintergründe einer alkoholinduzierten Pankreatitis sind offenbar ergründet. Eine internationale Arbeitsgruppe unter Federführung der Universität in Liverpool konnte nun die genauen Pathomechanismen aufzeigen. Die Forscher publizieren im Journal Proceedings of the National Academy of Sciences (doi:10.1073/­pnas.0904818106). Eine Pankreatitis kann zu verheerenden Zuständen führen, bei denen die Pankreas sich selbst und das umliegende Gewebe verdaut. Alkohol kann diesen Vorgang durch Interaktion mit Fettsäuren verstärken.
Dadurch kommt es zu einer exzessiven Freisetzung von gespeicherten Kalziumionen, was wiederum zur Aktivierung pankreatischer Enzyme führt. „Eine intrazelluläre Aktivierung führt in der Pankreas zur Selbstverdauuung, was zu erheblichen Schäden und sogar zum Tode führen kann“, erklärt Ole Petersen von der Universität zu Liverpool: „Zwar ist seit Längerem bekannt, dass Alkohol den Prozess verstärkt, jedoch waren die Gründe hierfür unklar.“
In Zusammenarbeit mit dem japanischen Forschungszentrum Riken konnten die britischen Forscher nun Kanäle mit Speicherfähigkeit ausmachen, die den Einstrom von Kalziumionen in das Zellplasma ermöglichen. Sie fanden zudem heraus, dass die toxische Freisetzung von Kalziumionen durch das Ausschalten eines bestimmten Gens signifikant reduziert werden kann.
„Wir wussten bereits, dass Alkohol in Kombination mit Fettsäuren Substanzen produzieren kann, die einen enormen Anstieg von Kalzium in Pankreaszellen bewirken. Nun konnten wir erstmals die involvierten Kanäle und das verantwortliche Gen ausmachen“, berichtet Petersen: „Unsere Ergebnisse heben die Gefahren exzessiven Alkoholkonsums nochmals hervor: desto höher die Alkoholspiegel im Blut ist, umso größer ist die Gefahr einer Pankreatitis.“
Nun wollen die Forscher auf der Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse therapeutische Anwendungen erforschen. „Wir kennen nun das Gen, das die Umstände kontrolliert“, betont Petersen: „Wir sind dadurch möglicherweise in der Lage, wirksame Behandlungen zu entwickeln.“ © hil/aerzteblatt.de
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