Brüssel – Der Ausschuss der Regionen (AdR), der die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften bei der EU vertritt, fürchtet, dass das von der der Europäischen Kommission vorgeschlagene Arzneimittelpaket den Verbraucherschutz aushöhlen könnte. Die Vorschläge zur Modernisierung der Bestimmungen über die Zulassung und die Sicherheit von Arzneimitteln, zur Bekämpfung von gefälschten Arzneimitteln sowie zur verbesserten Information der Patienten dienten vornehmlich den Interessen der Arzneimittelindustrie, so die Berichterstatterin für das Arzneimittelpaket im AdR, die Schwedin Susanna Haby.
„Die Maßnahmen zur Bekämpfung gefälschter Arzneimittel sind zwar eine Straffung der gegenwärtigen Rechtslage, dürften aber aller Wahrscheinlichkeit nach als Nebeneffekt auch die Markteinführung der Generika verlangsamen und so den Wettbewerb und die Wahlmöglichkeiten des Verbrauchers einschränken“, sagte Haby.
Bei der Patienteninformation wiederum wolle die Kommission den Arzneimittelunternehmen eine Führungsrolle zuweisen und übergehe dabei unabhängige Fachleute aus dem Gesundheitswesen. Ferner kritisierte Haby, dass die zentrale Rolle lokaler Organe und regionaler Pharmakovigilanzzentren im Kommissionsvorschlag unerwähnt bleibe. Der AdR besitzt in zahlreichen Politikbereichen der EU ein Mitsprache- jedoch kein Mitentscheidungsrecht beim Erlass von Rechtsvorschriften. © ps/aerzteblatt.de
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