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Mann setzt gewaltsam Patientenverfügung von Schwiegermutter durch

Donnerstag, 2. Juli 2009

Köln – Auf der Intensivstation eines Kölner Krankenhauses hat ein 44 Jahre alter Mann gewaltsam die Patientenverfügung seiner schwer kranken Schwiegermutter durchsetzen wollen. Am Montagabend trennte der Mann die 82-Jährige von den Infusionen, wie ein Polizeisprecher am Donnerstag mitteilte. Nach einer kurzen Rangelei mit dem Mann und seinem 17-jährigen Sohn konnte das Pflegepersonal die Versorgung der Patientin wieder herstellen. Dennoch starb die Frau etwa drei Stunden später.

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Die beiden Familienangehörigen wurden von der Polizei vernommen. Die 82-Jährige war mit einer Lungenentzündung und in einem schlechten Allgemeinzustand in die Klinik eingeliefert worden. Um die Frau am Leben zu erhalten, mussten die Ärzte sie an ein Beatmungsgerät anschließen.

Nach Überzeugung der Angehörigen missachteten die Mediziner damit eine fünf Jahre alte Patientenverfügung der Frau, in der sie sich eindeutig gegen lebenserhaltende Maßnahmen wie künstliche Beatmung ausgesprochen hatte. Nach Angaben des Krankenhauses hatten die Ärzte die Gültigkeit der Patientenverfügung noch nicht prüfen können.

Die Leiche der Frau soll obduziert werden, um zu klären, ob das Handeln des Schwiegersohns den Tod mit verursacht hat. Das rechtsmedizinische Gutachten wird allerdings erst in einigen Wochen vorliegen. Danach will die Staatsanwaltschaft über mögliche Konsequenzen entscheiden.

Die Deutsche Hospiz Stiftung kritisierte das Vorgehen des 44-Jährigen. „Selbstjustiz ist keine Lösung“, erklärte Geschäftsführer Eugen Brysch in Dortmund. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts eines Tötungsdeliktes seien richtig und konsequent: „Wenn Patientenschutz und Menschenrechte nicht zu leeren Floskeln verkommen sollen, muss jetzt durchgegriffen werden.“ © ddp/aerzteblatt.de

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