Genetischer Fingerabdruck für aggressive Kolonkarzinome beschrieben
Donnerstag, 2. Juli 2009
Berlin – 115 Gene, die einen zur Metastasierung neigenden Dickdarmtumor auszeichnen, haben Forscher des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der Charité – Universitätsmedizin Berlin identifiziert.
Eine Testung auf diese Gene könnte helfen, Patienten mit aggressiven Tumoren früher zu erkennen. Die Wissenschaftler publizierten ihre Ergebnisse in Gastroenterology (doi:10.1053/j.gastro.2009.03.041).
An Dickdarmkrebs, nach dem Lungenkrebs die zweithäufigste Todesursache unter den Krebserkrankungen, sterben in Deutschland nach Angaben des Robert-Koch-Instituts jährlich mehr als 25.000 Menschen. Metastasen siedeln sie sich bevorzugt in der Leber, der Lunge oder den Lymphknoten an. Da betroffene Patienten anfangs selten Schmerzen oder andere Symptome zeigen, wird der Tumor häufig erst entdeckt, wenn er bereits Metastasen gebildet hat.
Um zu untersuchen, welche genetischen Veränderungen die Bildung von Metastasen begünstigen, analysierten die Forscher 150 Gewebeproben von Darmkrebs-Patienten mit und ohne Metastasen. Die Forscher identifizieren 115 Gene, die sowohl in den Ursprungstumoren als auch in ihren Metastasen falsch reguliert sind. Damit ist es den Forschern gelungen, eine genetische Signatur zu ermitteln, die Tumore mit Metastasenbildung von den Tumoren unterscheidet, die nicht streuen.
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