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Medizin

Melanom-Gene entdeckt

Dienstag, 7. Juli 2009

London/Leeds – Die erhöhte Anfälligkeit hellhäutiger Menschen für dysplastische Naevi und das maligne Melanom ist genetisch bedingt. Das Genomel Melanoma Consortium beschreibt in Nature Genetics 2009; doi:10.1038/ng.410 und 411) gleich mehrere Risikogene. 

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Einer von zwanzig Einwohnern des australischen Bundeslandes Queensland entwickelt im Verlauf seines Lebens ein malignes Melanom. Die Ursache ist das Zusammentreffen einer intensiven Sonnenbestrahlung im Norden Australiens mit dem geringen Melaninmangel in der Haut der Nachfahren keltischer Einwanderer.

Der bösartige Hautkrebs ist demnach das Produkt aus Umweltfaktoren und Genen. Letzteren ist das GenoMEL-Consortium, ein weltweites Netzwerk von Melanomforschern im Auftrag der Europäischen Kommission in einer genomweiten Assoziationsstudie (GWAS) nachgegangen. 

Die jetzt vorgestellten Ergebnisse sind eigentlich keine Überraschung. Zwei der drei Gene, die Timothy Bishop von der Universität Leeds und Mitarbeiter beschreiben, beeinflussen den Melaningehalt in der Epidermis. Dies ist zum einen das MC1R-Gen auf dem Chromosom 16q24. Es kodiert den Melanocortin 1 Rezeptor, über den die Bildung des Pigments in den Melanozyten gesteuert wird.

Zum anderen haben Melanompatienten häufiger Varianten im TYR-Gen auf dem Chromosom 11q14-q21. Es enthält die Information für das Enzym Tyrosinase, das für die Synthese von Melanin benötigt wird. Die Funktion des dritten Gens, das sich auf dem Chromosom 9p21 befindet, konnte noch nicht geklärt werden.

Es befindet sich in der Nähe zweier anderer Gene, die bereits in früheren Studien mit dem Melanom-Risiko in Verbindung gebracht wurden. Die gleiche Region auf dem Chromosom 9p21 wurde auch in der zweiten jetzt publizierten GWAS gefunden, in der Mario Falchi vom Imperial College London und Mitarbeiter untersucht haben, welche Gene mit einer hohen Zahl von Naevi auf der Haut assoziiert sind.

Die Forscher fanden ein weiteres Gen auf dem Chromosom 22q13.1, wo sich der Bauplan für eine Variante der Phospholipase A2 (PLA2) befindet, die am Stoffwechsel von Fettsäuren beteiligt ist. Ein plausibler Zusammenhang mit der Zahl der Naevi ist hier nicht erkennbar. 

Klinisch bleiben die Ergebnisse vermutlich ohne Konsequenzen. Denn dass hellhäutige Menschen eher melanom-gefährdet sind, wissen Dermatologen schon lange, und auch die Zahl der (dysplastischen) Naevi ist ein etablierter Risikofaktor. Sie zu zählen bedarf es sicherlich keines Gentests. © rme/aerzteblatt.de

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