Oxford – Die von vielen Patienten geschätzten und häufig eingesetzten „topischen Antirheumatika“ sind einer neuen Meta-Analyse in den Cochrane Database of Systematic Reviews (2009 doi: 10.1002/14651858.CD007403.pub2) zufolge ohne gesicherte Wirkung, sofern sie Salicylate enthalten.
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Wegen der langfristigen Risiken der systemischen Therapie mit Acetylsalicylsäure (ASS) und anderen nicht steroidalen Antirheumatika (NSAID) setzen viele Patienten auf eine externe Therapie. Die äußerliche Anwendung hat jedoch eine andere Zielsetzung, die der antientzündlichen oralen Therapie gewissermaßen entgegengesetzt ist.
Die Anwendung führt, unterstützt durch die Massage, beim Einreiben eher zu einer Steigerung der Durchblutung in der Haut. Die durch die Rubefazienzien bewirkte Rötung der Haut wird von vielen Patienten als angenehm und schmerzlindernd empfunden.
Dies scheint aber eher auf die Massage, als auf die Wirkstoffe in den Rheumasalben zu beruhen, wie die Gruppe um Andrew Moore vom Nuffield Department of Anaesthetics an der Universität Oxford berichten.
Die Mediziner haben sich der undankbaren Aufgabe unterzogen, die Ergebnisse der wenigen randomisierten Studien mit zumeist zweifelhafter Qualität zusammenzufassen. Dabei beschränkten sie sich auf Salben mit Salicylaten. Sie fanden 16 Studien mit fast 1.300 Patienten, darunter sieben Studien zur Behandlung akuter Schmerzen und neun zur Behandlung des chronischen Schmerzes.
Einen sicheren Beweis für eine Wirkung der Salben bei akuten Schmerzen (auch nach Sportverletzungen) lasse sich aus den Studien nicht ableiten, bemerken die Autoren. Nur wenn Studien minderer Qualität mit in die Analyse einbezogen würden, sei eine Wirkung erkennbar.
Die Autoren errechnen eine Number Needed to Treat von 3,2 (95-Prozent-Konfidenzintervall 2,4 bis 4,9). Etwas günstiger ist die Evidenz bei der Behandlung chronischer Gelenkbeschwerden, die Wirkung ist hier allerdings schwächer: Auf 6,2 Patienten kommt einer, der eine gegenüber Placebo bessere Wirkung verspürt (95-Prozent-Konfidenzintervall hier 4,0 bis 13).
Wie immer bei Cochrane-Analysen zu den „Randbereichen“ der evidenzbasierten Medizin dürfte sich die Frage stellen, ob die eingesetzten Mittel empfohlen werden sollten, obwohl klare Belege zur Wirkung fehlen. Angesichts der häufigen Verordnungen sind nach Ansicht der Autoren weitere Studien erforderlich.
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