Amsterdam – Ein achtwöchiges Balancetraining hat in einer randomisierten Studie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2009: doi: 10.1136/bmj.b2684) das Rezidivrisiko nach Distorsionen im Sprunggelenk gesenkt.
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Verstauchungen in den Sprunggelenken sind die häufigsten und damit insgesamt teuersten Sportverletzungen. US-Statistiken verzeichnen täglich 12.000 Distorsionen. In den Niederlanden sind es jährlich 234.000 Verletzungen mit Behandlungskosten von 84 Millionen Euro, berichtet Willem van Mechelen vom VU University Medical Center in Amsterdam.
Der Forscher hat ein Training entwickelt, das diesen Verletzungen vorbeugen soll. Das Propriozeptionstraining basiert auf der Annahme, dass die meisten Verletzungen Folge einer kurzzeitigen Unachtsamkeit in der unbewussten Wahrnehmung von Körperhaltung und -bewegung (Propriozeption) sind. Der Knöchel „knickt“ um, weil es dem Fußgelenk nicht gelingt, auf eine Veränderung des Untergrunds rechtzeitig zu reagieren.
Die Fähigkeit zur Propriozeption lässt sich durch einfache Übungen trainieren, bei denen der Proband auf einem Bein auf einem Balancierbrett stehend bestimmte Bewegungen durchführt. In der Studie führte die Hälfte der 522 Sportler im Alter von 12 bis 70 Jahren, über acht Wochen dreimal wöchentlich ein 30-minütiges Propriozeptionstraining durch. Sie begannen mit leichten Übungen, die mit der Zeit immer anspruchsvoller wurden. van Mechelen riet den Teilnehmern, die Übungen vorzugsweise beim Aufwärmtraining vor dem Sport durchzuführen.
Alle Teilnehmer hatten vor der Studie beim Sport eine Distorsion erlitten. Im ersten Jahr nach einer derartigen Verletzung ist das Risiko einer erneuten Verstauchung besonders hoch, und in der Kontrollgruppe erlitten auch 89 von 266 Teilnehmern (33 Prozent) eine erneute Distorsion.
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