Edinburgh – Eine genetisch bedingte Störung der Hautbarriere könnte einer Meta-Analyse im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2009; 339; b2433) zufolge ein wichtiger Auslöser der atopischen Dermatitis (Neurodermitis) und anderer allergischer Erkrankungen sein.
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Filaggrine sind Bestandteil der Epidermis, wo sie über Disulfidbrücken einzelne Keratinmoleküle vernetzen. Sie sind damit ein wichtiger Bestandteil der Hautbarriere und verhindern das Eindringen von Fremdkörpern, zu denen auch Allergene zählen. Defekte im Filaggrin-Gen, das bereits 1989 auf dem Chromosom 1q21 lokalisiert werden konnte, führen deshalb zu einer Störung der Hautbarriere.
In der Maximalvariante führt dies zu einer bestimmten Form der Ichthyosis vulgaris. Andere Gendefekte wurden in den letzten Jahren in einer Reihe von Studien mit der atopischen Dermatitis und anderen allergischen Erkrankungen in Verbindung gebracht, was pathogenetisch plausibel ist: Ein allergisches Asthma kann seinen Ursprung durchaus in einer in der Epidermis erfolgten Sensibilisierung haben.
Die Gruppe um Aziz Sheikh von der Universität Edinburgh hat 24 Studien in einer Meta-Analyse zusammengefasst. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass Gendefekte im Filaggrin-Gen das Allergierisiko um 91 Prozent erhöhen. Am deutlichsten war der Zusammenhang mit der atopischen Dermatitis. In Familienstudien wurde eine Odds Ratio von 1,99 ermittelt. In den Fallkontrollstudie betrug sie sogar 4,78.
Weiterhin erhöhen Defekte im Filaggrin-Gen das Risiko auf eine allergische Rhinitis um 78 Prozent. Leiden die Patienten bereits unter einer atopischen Dermatitis, steigt das Rhinitisrisiko sogar um das 2,84-Fache. Schließlich belegt die Meta-Analyse ein durch das Gen um den Faktor 2,79 (in Fallkontrollstudien) oder 2,30 (in Familienstudien) erhöhtes Risiko auf ein allergisches Asthma. Die war aber nur vorhanden, wenn die Patienten auch unter einer atopischen Dermatitis litten.
Mutationen im Filaggrin-Gen sind häufig. Die Prävalenz soll bei Menschen mitteleuropäischer Herkunft bis zu 10 Prozent betragen. Ein Gentest auf Filaggrin ist bereits möglich. Die Kosten betragen nach Angabe von Sheikh etwa 100 Pfund (umgerechnet 110 Euro).
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