Seattle – Während Kondome einigermaßen sicher vor einer HIV-Infektion schützen, ist die präventive Wirkung gegen Herpes genitalis geringer als bisher angenommen. Dies geht aus der bisher größten Analyse zu dieser Frage in den Archives of Internal Medicine (2009; 169: 1233-1240) hervor.
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Emily Martin von der Universität in Seattle hat für ihre Publikation sechs Studien mit 5.384 Teilnehmern zusammengetragen, von denen sich 415 in mehr als 2 Millionen Tagen mit Herpes simplex virus 2 (HSV-2) infizierten, einem lästigen Erreger, der eine lebenslange Infektion verursacht, die sich bei den Herpes-Exazerbationen in schmerzhaften Läsionen bemerkbar macht.
Es handelt sich um Studien zu Impfstoffkandidaten, Medikamenten sowie einer Beobachtungsstudie zu sexuell übertragbaren Erkrankungen (STI). Den Teilnehmern wurden in den Studien auch zur Benutzung von Kondomen geraten, die gemeinhin als effektiver Schutz gegen STI gelten.
Doch was für Gonorrhö, HIV und Chlamydien gilt, die alle über Körperflüssigkeiten übertragen werden, muss nicht auf HSV-2 zutreffen. Herpesviren werden durch den direkten Kontakt von Haut oder Schleimhaut mit den Läsionen übertragen.
Deshalb sollte es nicht überraschen, dass die Schutzwirkung alles andere als sicher ist. Auch konsistente Benutzer von Kondomen infizierten sich in den Studien, auch wenn ihr Risiko um 30 Prozent niedriger war als bei Personen, die nie Kondome benutzen.
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