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Offenes Foramen ovale: Reparatur erhöht Schlaganfallrisiko

Mittwoch, 15. Juli 2009

Cleveland – Ein offenes Foramen ovale (OFO) sollte nicht ohne zwingenden Grund verschlossen werden, warnen Kardiochirurgen im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2009; 302: 290-297), da der Eingriff mit einer erhöhten Rate postoperativer Schlaganfälle assoziiert ist. 

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Bei etwa einem Viertel aller Menschen kommt es nach der Geburt nicht zum physiologischen Verschluss des Foramen ovale. Ob diesem Befund ein Krankheitswert zukommt, ist umstritten. Einige Herzchirurgen argumentieren, dass ein OFO Thromben aus den peripheren Venen den Weg in die Halsschlagader öffnet und deshalb das Schlaganfallrisiko erhöhe. Hierfür gibt es tatsächlich Hinweise aus epidemiologischen Studien, die Richard Krasuski von der Cleveland Clinic jedoch als nicht schlüssig bezeichnet.

Es fehle vor allem an prospektiven Daten, die belegen, dass die Reparatur eines zufällig entdeckten OFO Schlaganfälle vermeiden kann – zumal die Eingriffe nicht ohne Risiken sind und sogar selbst zum Ausgangspunkt eines Schlaganfalls werden können.

Hierauf deuten die Erfahrungen von 2.277 Patienten hin, die sich zwischen 1995 und 2006 an der renommierten Cleveland Clinic im US-Staat Ohio einer Herzoperation unterzogen und bei denen die Chirurgen zufällig ein OFO entdeckten. In 639 Fälle entschieden sich die Herzchirurgen, das OFO chirurgisch zu verschließen.

Die Entscheidung fiel nicht rein zufällig. Es waren häufiger jüngere Patienten (61 vs. 65 Jahre), oder Patienten mit Operationen an Mitral-oder Tricuspidalklappe (51 vs. 32 Prozent) oder Patienten mit einem Schlaganfall in der Vorgeschichte (16 vs. 10 Prozent), der aber nicht Anlass für die Eingriff war. 

Die Schließung der OFO war sicherlich gut gemeint, sie ging jedoch mit einer erhöhten Rate von postoperativen Schlaganfällen einher, die bei 2,8 Prozent der Patienten mit OFO-Verschluss auftrat gegenüber 1,2 Prozent der Patienten ohne OFO-Verschluss. Dies ergibt nach den Berechnungen von Krasuski ein 2,47-fach erhöhtes postoperatives Schlaganfallrisiko (95-Prozent-Konfidenzintervall 1,02-6,00).

Aus den Akten der Klinik geht auch hervor, dass die Überlebensrate der Patienten (Nachbeobachtungszeit durchschnittlich 5,6 Jahre) in beiden Gruppen gleich war, sodass der langfristiger Vorteil eines OFO-Verschlusses für den Patienten nicht erkennbar ist.

Krasuski spricht sich deshalb gegen den routinemäßigen Verschluss von OFO bei herzchirurgischen Eingriffen aus, wobei ihm bewusst ist, dass die Aussagekraft einer retrospektiven Studie (nur die Datenerhebung war prospektiv) eingeschränkt ist. © rme/aerzteblatt.de 

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