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Anspruchsvolle Ausbildung senkt Demenzrisiko

Mittwoch, 15. Juli 2009

München –  Mit höherer schulischer und beruflicher Bildung nimmt das Risiko ab, im Alter an Demenz zu erkranken. Das hat eine Studie der Technischen Universität München in einem katholischen Frauenorden ergeben. Tendenziell seien die Weichenstellungen in jungen Jahren wichtiger, sagte Studienleiter Horst Bickel am Mittwoch in München.

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Der Epidemiologe nahm mit seinem Team 442 Mitglieder der Armen Schulschwestern in Bayern unter die Lupe. Das Ergebnis wurde vor wenigen Tagen im Internet veröffentlicht. Die Teilnehmerinnen waren im Schnitt mehr als 78 Jahre alt und lebten schon über 50 Jahre lang im Orden. Mit dieser Personenauswahl wollte Bickel andere Faktoren wie äußere Einflüsse oder Lebensumstände als Krankheitsursache ausschließen. Symptome für Demenz zeigten sich insgesamt bei 104 Schwestern.

Je anspruchsvoller ihre Aufgaben, desto seltener waren die Ordensfrauen von Demenz betroffen. Ein ähnlicher Zusammenhang ergab sich hinsichtlich ihrer Ausbildung. 92 Symptomträgerinnen hatten nur einen einfachen oder mittleren Schulabschluss. 

Bickel lobte die Kooperationsbereitschaft der Ordensfrauen. Sie hätten sogar die Organisation der Befragungen übernommen. Provinzökonomin Erharda Bauer berichtete auf Anfrage von einer regen Beteiligung ihrer Mitschwestern. Man habe der Forschung und somit den Menschen helfen wollen. Die Schulschwestern waren nicht zum ersten Mal Objekte der Demenzforschung. In Nordamerika nahmen sie ebenfalls an einer Studie teil. 

Arnulf Salmen, Sprecher der Deutschen Ordensobernkonferenz, erklärte in Bonn, wissenschaftlichen Forschungen in Klöstern seien eher die Ausnahme. Vor einigen Jahren habe es aber eine große demografische Studie in mehreren Orden zum Thema Lebenserwartung gegeben. Die Tatsache, dass Männer früher sterben würden, sei dieser Untersuchung
nach nicht biologisch bedingt, sondern Folge der jeweiligen Lebensumstände. © kna/aerzteblatt.de

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