| dpa |
Berlin – Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), und der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) haben dazu aufgerufen, auf kommunaler Ebene mehr gegen Alkoholmissbrauch von Kindern und Jugendlichen zu unternehmen.
Notwendig sei in den Kommunen eine Kooperation aller Akteure von der Verwaltung bis zu Vereinen, Schulen, Kindergärten, Jugendgruppen, dem Einzelhandel und Gaststätten, erklärten Bätzing und DStGB-Geschäftsführer Gerd Landsberg am Donnerstag in Berlin.
Bätzing und Landsberg sprachen sich für eine dauerhafte Unterstützung von lokalen Präventionspartnerschaften durch die Krankenkassen aus. Dies sei angesichts der enormen Folgekosten für das Gesundheitssystem sinnvoll.
Die Drogenbeauftragte und der DStGB-Geschäftsführer forderten zudem, strikt auf die Altersgrenzen bei der Abgabe von Alkohol an Jugendliche zu achten. Diese tränken nicht zuletzt wegen der Preise weniger in Gaststätten oder Diskotheken, sondern beschafften sich den Alkohol vorab und tränken ihn zum Beispiel vor dem Diskobesuch zu Hause.
Der Alkoholmissbrauch von Kindern und Jugendlichen hat laut Bätzing und DStGB „dramatische Ausmaße“. Ein Fünftel der 12- bis 17-Jährigen praktiziert nach bereits im Frühjahr veröffentlichten Zahlen „exzessives Rauschtrinken“.
Im Jahr 2007 seien mehr als 23.000 Kinder und Jugendliche mit Alkoholvergiftungen in Krankenhäuser eingeliefert worden, im Jahr 2000 seien es noch 9.500 gewesen. Der Einstieg in den Alkoholkonsum erfolge zudem häufig bereits im Alter von zwölf bis 14 Jahren. © afp/aerzteblatt.de
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