Bypass-Operation: Nachteile durch endoskopische Venengewinnung
Donnerstag, 16. Juli 2009
Durham – Viele Herzzentren bieten ihren Patienten eine endoskopische Entnahme des Venentransplantates an. US-Kardiologen befürchten im New England Journal of Medicine (NEJM 2009: 361: 235-244) jedoch, dass das Operationsergebnis am Herzen darunter leiden könnte.
Anzeige
Die offene Entnahme der Vena saphena hinterlässt am Bein nicht nur eine lange Narbe. Bei vielen Patienten kommt es postoperativ auch zu Ödemen, Hämatomen oder Wundheilungsstörungen. Eine endoskopische Venengewinnung gilt als schonender, doch diese Vorteile lassen sich nur solange anführen, wie die Operationsergebnisse am Herzen gleich gut sind.
Genau dies bezweifelt die Gruppe um John Alexander vom Duke University Medical Center in Durham im US-Staat North Carolina, die den Einfluss der Transplantatentnahme auf das Operationsergebnisse bei 3.000 Bypass-Operationen untersucht hat. Es handelt sich um eine sekundäre Analyse früherer Studien und die Wahl der Venenentnahme war nicht randomisiert. Die Beweiskraft derartiger Studien ist begrenzt, die Ergebnisse dürften Herzchirurgen aber zu denken geben.
Während es im ersten Jahr nach der Operation keine Unterschiede gab, traten zwischen dem 12. und 18. Monat in den minimalinvasiv entnommenen Venen häufiger Stenosen auf: Verengungen von 75 Prozent oder mehr, die als Graftversagen bewertet werden, wurden nach endoskopischer Entnahme bei 46,7 Prozent gefunden, nach offener Entnahme nur bei 38,0 Prozent der Patienten.
Der Endpunkt aus Tod, Herzinfarkt oder erneuter Revaskularisierung trat in den ersten drei Jahren ebenfalls häufiger auf: 20,2 Prozent nach endoskopischer und 17,4 Prozent nach offener Entnahme bedeuten eine signifikante adjustierte Hazard Ratio von 1,22 (95-Prozent-Konfidenzintervall 1,10-1,47) und auch die Zahl der Todesfälle (7,4 vs. 5,8 Prozent) war signifikant erhöht (adjustierte Hazard Ratio 1,52; 1,13-2,04).
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.