| Elektronenmikroskopische Aufnahme mehrerer HI-Viren /dpa |
Baltimore – Entgegen den Erfahrungen aus früheren Beobachtungsstudien hat die Beschneidung HIV-infizierter Männer in einer randomisierten Studie im Lancet (2009; 374: 229-237) ihre Lebenspartnerinnen nicht vor einer HIV-Infektion geschützt. Die Studie wurde frühzeitig abgebrochen. Editorialisten halten trotzdem an der Empfehlung zur Zirkumzision aller Männer fest.
Vor drei Jahren hatten Studien aus mehreren afrikanischen Ländern ergeben, dass die Zirkumzision bei Männern das Risiko, sich (bei ihren Frauen) mit HIV zu infizieren um 50 Prozent senkt. Seither empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Zirkumzision als präventive Maßnahme. Es war erwartet worden, dass eine Schutzwirkung auch in die andere Richtung vorhanden ist, dass also HIV-infizierte Männer ihre Frauen seltener infizieren, wenn sie beschnitten sind.
Ob dem so ist, wurde in Uganda in einer randomisierten Studie an 922 HIV-infizierten asymptomatischen Männern (350/µl oder mehr CD4-Zellen) untersucht, von denen die Hälfte aus Anlass der Studie beschnitten wurde – bei den anderen wurde der Termin auf das Ende der Studie verschoben. Auch 170 HIV-negative Lebenspartnerinnen wurden in die Studie einbezogen.
Wie Maria Wawer von der Bloomberg School of Public Health in Baltimore und Mitarbeiter jetzt mitteilen, wurde die Studie wegen eines nicht mehr zu erwartenden Nutzens vorzeitig abgebrochen. Dies scheint aber nur ein Teil der Wahrheit zu sein.
Denn die Zahlen zeigen, dass sich die Partnerinnen der beschnittenen Männer häufiger mit HIV infizierten als die Partnerinnen der nicht beschnittenen Männer: 18 vs. 12 Prozent. Die kumulative HIV-Ansteckungsrate nach 24 Monaten war ebenfalls höher: 22 vs. 13 Prozent.
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