Kochsalzreduktion kann den Blutdruck senken
Montag, 20. Juli 2009
 |
| pa |
Köln – Erwachsene, die mit der Nahrung weniger Kochsalz zu sich nehmen, können tatsächlich ihren Blutdruck mittelfristig etwas senken. Zu diesem Ergebnis kommt der Ende Juli in Form eines Rapid Report veröffentlichte Abschlussbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Ob Menschen mit dauerhaft erhöhtem Blutdruck auf diese Weise auch langfristig das Risiko für Folgeerkrankungen vermindern können oder weniger blutdrucksenkende Medikamente einnehmen müssen, bleibt laut IQWiG allerdings offen.
Der vorliegende Rapid Report wurde nach Angaben des IQWiG anhand von Sekundärliteratur erstellt. Das Institut zog sieben Übersichten in die Bewertung ein, in denen zwischen 520 und 3.391 Teilnehmer aus insgesamt 62 randomisierten kontrollierten Studien zusammenfassend analysiert wurden.
Das Ergebnis: „Die verfügbaren Daten lassen keine Aussagen zu Folgekomplikationen zu“, erklären die Autoren. Die Untersuchungen hätten jedoch durchgehend gezeigt, dass eine verminderte Kochsalzzufuhr helfen kann, den Blutdruck zu senken: „Die systolischen Werte sanken innerhalb von bis zu einem Jahr um durchschnittlich 3,6 bis 8 mmHg, die diastolischen Werte um durchschnittlich rund 2 bis 3 mmHg“, so das IQWiG. Dies gelte im Wesentlichen für Patienten, die keine zusätzlichen blutdrucksenkenden Medikamente einnahmen.
Wie nachhaltig dieser Effekt sei, bliebe allerdings unklar. Generell bleibt den Autoren zufolge auch die Frage unbeantwortet, ob Menschen mit essenzieller Hypertonie durch eine geringere Salzaufnahme ihren Bedarf an blutdrucksenkenden Medikamenten vermindern können. © hil/aerzteblatt.de
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.