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Gene beeinflussen Placebo-Wirkung

Dienstag, 21. Juli 2009

Los Angeles – Placebos wirken nicht bei allen Menschen gleich gut. Der Grund dafür ist nach einer Studie im Journal of Clinical Psychopharmacology (2009: 29: 372-377) in den Genen zu suchen.

Hirnforscher bringen die Placebo-Wirkung mit einer Stimulierung des Belohnungssystems im Gehirn in Verbindung. Zentrale Neurotransmitter sind dort Monoamine, vor allem Dopamin und Noradrenalin, deren Stoffwechsel, wie alle enzymatischen Reaktionen im Körper genetisch gesteuert wird.

Andrew Leuchter Semel Institute for Neuroscience and Human Behavior in Los Angeles hat deshalb in einer Studie untersucht, ob die Anfälligkeit auf eine Placebo-Wirkung mit Varianten in zwei Enzymen in Verbindung steht, die einen starken Einfluss auf die Konzentration von Monoaminen haben. Es sind dies die Catechol-O-Methyltransferase (COMT) und die Monoaminoxidase A (MAO-A).

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Die Untersuchung von Blutproben von 84 Menschen mit Majordepression, bei der die Placebowirkung besonders stark ist, führten zur Entdeckung von jeweils einer Variante im MAO-A-Gen und im COMT-Gen, welche die Placebo-Reaktion beeinflussen. Beim MAO-A-Gen verstärkte die Genvariante die Enzymwirkung. Beim COMT-Gen schwächte sie sie ab.

Die Ergebnisse dürften wohl von rein akademischem Interesse bleiben. Vielleicht wäre es ja möglich, Medikamente zu finden, welche die Wirkung von Placebos steigern oder vermindern könnten. Doch eine sinnvolle Anwendung ist schwer vorstellbar.

Andererseits könnte man per Gentest ermitteln, ob Menschen eine starke Placebo-Reaktion haben. Doch die Idee, diese Patienten dann aus Gründen der Kostenersparnis nur noch mit Placebos zu behandeln, dürfte vermutlich auf ethische Bedenken stoßen, sofern sie jemals ernsthaft geäußert werden sollte. © rme/aerzteblatt.de

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