| dpa |
Chicago – Durch die Aufhebung einer landesweiten Geschwindigkeitsbegrenzung sind im letzten Jahrzehnt in den USA mehr Menschen ums Leben gekommen als durch Terroranschläge, rechnen Epidemiologen im American Journal of Public Health (2009; doi: 10.2105/AJPH.2008.153726) vor.
Tempolimits sind auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ein stark emotionalisiertes Thema und der Vergleich, den Lee Friedman in der Pressemitteilung zieht, mag vorne und hinten hinken. Tatsache scheint jedoch, dass das National Maximum Speed Law, das die Höchstgeschwindigkeit 1974 auf 55 mph (89 km/h) begrenzte, um den Spritverbrauch nach der Ölkrise zu begrenzen, mit einem signifikanten Rückgang der Verkehrstoten einherging.
Bereits im ersten Jahr sank die Zahl um fast 17 Prozent, berichtet Friedman. Doch das verhinderte nicht, dass das Gesetz aufgeweicht wurde. Seit 1987 durften die einzelnen Staaten das Tempolimit auf 65 mph anheben, seit 1995 ist es ihnen gänzlich überlassen, wie schnell PKW auf den Straßen fahren dürfen.
Seither ist die Zahl der Unfalltoten gestiegen. Friedman errechnet einen Anstieg um 3,2 Prozent auf allen Straßenarten. Am stärksten fiel die Zunahme auf den Interstates aus, dem Pendant zu den deutschen Autobahnen. Auf ländliche Interstates stieg die Zahl der Verkehrstoten um 9,1 Prozent, in den Ballungsgebieten nahmen die Verkehrstoten auf den Interstates um 4,0 Prozent zu.
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