Stuttgart – In der Testregion Heilbronn wird es keinen weiteren 10.000er-Test zur elektronischen Gesundheitskarte (eGK) mehr geben. Das teilte die Landesärztekammer Baden-Württemberg (LÄKBW) mit. Inzwischen hätten nahezu alle Testärzte ihre Testbeteiligung fristgerecht gekündigt. Auch die Arbeitsgemeinschaft zur Einführung der eGK in Baden-Württemberg werde voraussichtlich nach dem 31. Dezember nicht mehr weiter bestehen.
Als Grund gab die LÄKBW an , dass die ab dem ersten Quartal 2010 von der gematik geplanten 10.000er Tests in den Testregionen nichts mehr mit dem ursprünglichen Test zu tun haben, dessen Ergebnisse in einem 400-seitigen Abschlussbericht seit Jahrsbeginn vorliegen. „Die gematik hat die Rahmenbedingungen einseitig grundlegend geändert. Die nun von ihr geplante Tests sind nicht mehr ergebnisoffen“, kritisierte LÄKBW-Präsidentin Ulrike Wahl.
Die Testregionen erhielten vielmehr so genannte „Betaversionen“ der online noch nie getesteten Anwendungen der Gesundheitskarte, die drei Monate später flächendeckend ausgerollt werden sollen. „Unter diesen Bedingungen machen Tests keinen Sinn“, findet Wahl.
Die LÄKBW betonte, dass sich die Ärzteschaft nicht grundsätzlich einer Testung verschließt. Man sei nicht gegen die Einführung der Telematik im Gesundheitswesen, sondern gegen die weitere Aushöhlung der Patienten-Arzt-Beziehung unter dem Deckmäntelchen der Transparenz und der fortgesetzten Allokation von Milliarden, so Wahl. Technik müsse dazu beitragen, die Patientenversorgung effektiver und effizienter zu gestalten anstatt die benötigten Mittel für eine effiziente und effektive Versorgung aufzuzehren. © hil/aerzteblatt.de
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