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FDA warnt vor elektronischen Zigaretten

Donnerstag, 23. Juli 2009

Washington – Entgegen den Werbeaussagen der Hersteller sind elektronische Zigaretten keineswegs frei von Schadstoffen. Die US-amerikanische Kontrollbehörde FDA wies in etlichen Proben toxische, zum Teil sogar krebserregende Substanzen nach.

Elektronische Zigaretten haben äußerlich Farbe und Form einer echten Zigarette, sie werden jedoch nicht angezündet, das Glühen an der Spitze ist lediglich eine durch eine LED erzeugte Illusion. Der Rauch der elektronischen Zigarette stammt aus einer kleinen Patrone, aus der er über einen Zerstäuber freigesetzt wird. Angetrieben wird das Ganze von einem kleinen aufladbaren Akku. 

Der Rauch der elektronischen Zigarette wird wie bei der echten Zigarette durch ein Mundstück gesaugt. Er enthält Nikotin und eine Reihe von Aromastoffen, die das neue Produkt den Rauchern schmackhaft machen sollen. Dass die elektronische allerdings eine gesunde Alternative zu der echten Zigarette ist, wird bezweifelt.

Mehrere Experten warnen in der Pressemitteilung der FDA vor dem Suchtpotenzial. Pädiater befürchten, dass die elektronischen Zigaretten gerade Kinder und Jugendliche zum Rauchen verführen könnten, die dann früher oder später zu echten Zigaretten wechseln. 

Doch die elektronischen Zigaretten enthalten auch Schadstoffe, die auf den Verpackungen nicht angegeben werden, wie Chemiker der FDA bei der Untersuchung von zwei Zigaretten (von zwei Marktführern) sowie 19 verschiedenen Patronen herausfanden.

Das Gas einer Patrone enthielt zu etwa ein Prozent Diethylenglycol (DEG). Es handelt sich um eine als Frostschutzmittel verwendete Chemikalie, die nachgewiesenermaßen toxisch ist. Wieso DEG in der Patrone enthalten war, ist unbekannt. Im Sinn der Vertreiber kann dies nicht sein.

Die elektronischen Zigaretten werden jedoch in China produziert. Aus diesem Land stammte auch ein DEG-kontaminierter Hustensaft, an dem 2006 in Panama 138 Kinder starben. Später wurde dort eine DEG-haltige Zahnpasta entdeckt. 

Ob die in den elektronischen Zigaretten nachgewiesene DEG-Konzentration gesundheitsschädlich ist, wurde bisher nicht untersucht. Da die Zigaretten allerdings keinerlei behördlicher Kontrollen unterliegen, betrachtet die FDA sie als potenziell gefährlich und laut einem Bericht in den New York Times hat die Behörde bereits Lieferungen an der Grenze abweisen lassen, wogegen eine der beiden Hersteller vor Gericht klagen will.

Gegen eine hohe Produktqualität der elektronischen Zigaretten spricht nach Ansicht der FDA auch der unterschiedliche Nikotin-Gehalt einzelner Patronen. Er schwankte zwischen 26,8 und 43,2 µg Nikotin/100 ml Luftzug aus Patronen mit angeblich gleicher Dosis.

Eine Patrone enthielt die doppelte Menge der in den USA zur Abstinenzbehandlung zugelassenen Dosis. Bis auf eine enthielten auch als nikotinfrei deklarierte elektronische Zigaretten Spuren von Nikotin.

Zu allem Überfluss wiesen die Chemiker in der Hälfte der Patronen Nitrosamine nach, die bereits in kleiner Menge krebserregend sind. Weitere potenziell gesundheitsschädliche Stoffe – Anabasin, Myosmin und beta-Nicotyrin – waren in der Mehrzahl der Patronen vorhanden. Der Herstellerverband hat die Messergebnisse als nicht valide und reliabel zurückgewiesen, was weitere Maßnahmen der FDA aber kaum verhindern dürfte. © rme/aerzteblatt.de 

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