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Chinesische Forscher züchten erstmals Mäuse aus neuem Stammzelltyp

Montag, 27. Juli 2009

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Paris – Zwei chinesische Forschergruppen haben erstmals Mäuse aus einem Stammzelltyp aus neu programmierten adulten Hautzellen gezüchtet. Ein Team berichtet in Nature (2009: doi: 10.1038/nature08267), dass sich die Tiere danach fortgepflanzt hätten. Das andere Team, das in Cell Stem Cell (2009; doi: 10.1016/j.stem.2009.07.001) publizierte, hat dies bisher nicht geschafft.

Die Ergebnisse der Versuchsreihe zeigen nach Einschätzung der Forscher, dass durch eine Umprogrammierung adulter Hautzellen gewonnene Stammzellen genauso wandelbar wie embryonale Stammzellen sind. Neu programmierte adulte Zellen könnten demnach in Zukunft beim Menschen anstelle von embryonalen Stammzellen für Therapien etwa bei Organschäden verwendet werden.

Anders als bei embryonalen Stammzellen, aus denen alle Zellarten – etwa Haut- oder Leberzellen – entstehen können, sind Hautzellen schon festgelegt. Um sie genauso wandlungsfähig zu machen wie embryonale Stammzellen, werden die Hautzellen in einem vor wenigen Jahren entwickelten Verfahren durch die Injektion von Genen neu programmiert. Forscher sprechen hier von induzierten pluripotenten Stammzellen oder iPS-Zellen.

Den chinesischen Wissenschaftlern um Qi Zhou von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking gelang es nach eigenen Angaben nun, Mäuse aus iPS-Zellen zu züchten.

Dafür wurde nach dem Verfahren der sogenannten tetraploiden Embryo-Komplementierung je eine iPS-Zelle in einen Zellhaufen injiziert, aus dem dann ein Mäuseembryo gezüchtet wurde, dessen Zellen ausschließlich das Erbgut der iPS-Zelle enthalten. Bislang war dies nur mit embryonalen Stammzellen gelungen, jetzt bestanden aber auch die neu programmierten Hautzellen diesen entscheidenden Test.

Die chinesischen Forscher züchteten 37 iPS-Zelllinien, drei davon konnten für die Zucht von 27 Mäusen verwendet werden. Die erste der neuen Mäuse tauften die Wissenschaftler Xiao Xiao oder Tiny („winzig“). Eine andere männliche Maus erwies sich in der Versuchsreihe als fruchtbar; sie zeugte Kinder, die ebenfalls Nachwuchs bekamen.

Das Team um Shaorong Gao vom Nationalen Institut für biologische Forschung in Peking war nicht ganz so erfolgreich. Unter der Verwendung der gleichen Technik wie Zhou wurden 187 Embryos geschaffen, von denen allerdings nur zwei ausgetragen wurden. Eines der beiden Tiere starb nach der Geburt, sodass nur ein Tier für weitere Zuchtversuche zur Verfügung steht.

iPS-Zellen sind ein Hoffnungsträger in der Stammzellenforschung. Ziel ist es, aus ihnen passgenaue Ersatzgewebe herzustellen, die dasselbe genetische Profil von Patienten aufweisen. Dadurch ließen sich Abstoßungsreaktionen vermeiden. Die künstliche Verjüngung adulter Zellen könnte von menschlichen embryonalen Stammzellen als Ausgangsmaterial unabhängig machen, deren Nutzung erhebliche ethische Bedenken entgegenstehen. © afp/rme/aerzteblatt.de 

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