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Hepatitis C: Peg-Interferone auch in niedriger Dosierung wirksam

Freitag, 24. Juli 2009

Durham – Der Erfolg einer Hepatitis-C-Therapie hängt nicht von der Wahl der Interferon-Präparate ab. Wichtig ist nach dem Ergebnissen der bisher größten klinischen Studie in dieser Indikation im New England Journal of Medicine 2009; doi: 10.1056/NEJMoa0808010) der frühzeitige Beginn. Auch der Mut zur Dosisreduktion bei Ribavirin-Nebenwirkungen wurde belohnt. 

Am Individualized Dosing Efficacy vs. Flat Dosing to Assess Optimal Pegylated Interferon Therapy (IDEAL) hatten an 118 US-Zentren 3.070 Patienten mit Hepatitis C teilgenommen. Sie waren alle mit dem Genotyp 1 des Virus infiziert, bei dem die Heilungschancen geringer sind als bei den Genotypen 2 oder 3.

Die Studie hatte drei Therapiearme. Verglichen wurden: die Standarddosis von Peginterferon alfa-2b (Pegintron®) plus Ribavirin, low dose-Peginterferon alfa-2b (Pegintron®) plus Ribavirin, Standarddosis Peginterferon alfa-2a (Pegasys®) plus Ribavirin. Die Patienten wurden über 48 Wochen behandelt.

Alle drei Therapien erwiesen sich als gleichwertig: Eine anhaltende virologische Antwort (sustained virological response, SVR) wurde – in der Reihenfolge der Nennung – bei 39,8 Prozent, 38,0 Prozent und 40,9 Prozent der Patienten erzielt, wie John McHutchison, Duke Universität in Durham/North Carolina und Mitarbeiter mitteilen. Eine SVR erfordert, dass bei den Patienten auch 24 Wochen nach Therapieende keine HCR-RNA im Blut nachweisbar ist. Die Chancen auf eine endgültige Heilung der Infektion werden dann als sehr hoch betrachtet.

Dass die drei Studienarme gleich hohe SVR-Raten erzielten, ist erstaunlich, weil nämlich gleichzeitig die Rezidivrate unter Peginterferon alfa-2a signifikant höher war: 31,5 Prozent gegenüber 23,5 unter der  Standarddosis von Peginterferon alfa-2b und 20,0 Prozent unter low-dose”-Peginterferon alfa-2b.

Ein Rezidiv war definiert als Virusfreiheit nach dem Ende der Therapie, aber einem Virusnachweis bei der Nachuntersuchung. Eine Erklärung für das schlechtere Ergebnis von Peginterferon alfa-2a in diesem sekundären Endpunkt hat McHutchison nicht. 

Alle drei Therapieregime sind für die Patienten strapaziös und zwischen 10 und 13 Prozent brachen die Studie vorzeitig ab. In 30 Prozent der Fälle mussten die Ärzte wegen einer Anämie die Ribavirin-Dosis senken. Überraschenderweise führte dies nicht zu einer Verschlechterung der SVR.

Im Gegenteil: Unter der Standarddosis von Peginterferon alfa-2b erzielten 52 Prozent eine SVR, mehr als unter der Standarddosis. Patienten mit einer Anämie (Hb unter 10g/dl) hatten eine höhere SVR als solche mit höheren Hb-Werten. Weitere Subgruppen-Analysen ergaben, dass Frauen unter einer Standarddosis von Peginterferon alfa-2b signifikant höhere SVR erzielen als Männer.

Interessanterweise zeichnete sich in allen drei Gruppen ein Therapieerfolg bereits frühzeitig ab: Patienten, bei denen die Viren bereits nach 4 beziehungsweise 12 Wochen aus dem Blut eliminiert waren, hatten eine SNR von 86,2 beziehungsweise 78,7 Prozent. Von den Patienten, bei denen es am Ende des ersten Monats nur zu einem geringen Rückgang der Viruslast gekommen war, erreichten nur etwa 5 Prozent noch eine SVR.

Ergebnisse aus Subgruppen-Analysen sind allerdings mit Vorsicht zu interpretieren, wie auch einschränkend erwähnt werden muss, dass die Studie zwar randomisiert war, die Verblindung aber Lücken aufwies, da die Dosierung von Ribavirin teilweise von der Kenntnis des Peginterferons abhängig ist. © rme/aerzteblatt.de

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dr-adly
am Samstag, 25. Juli 2009, 20:04

Frage zu Hepatitis C, Genotype 4

In Ihrem Artikel haben Sie Genotype 4 ausgeklammert. Gibt es neue Erkenntnisse bezueglich dessen Therapie?

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