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Medizin

Neue Methode der Fetalchirurgie sorgt für klare Sicht in der Gebärmutter

Montag, 27. Juli 2009

Bonn – Chirurgen der Universitätsklinik Bonn haben eine neue Methode entwickelt, mit der Operationen am Fötus möglich werden, die vorher wegen schlechter Sichtverhältnisse nicht erfolgen konnten. Die Ärzte publizierten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Surgical Endoscopy (doi 10.1007/s00464-009-0579-z).

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Bei vorgeburtlichen Eingriffen im Mutterleib behindert das trübe Fruchtwasser den Blick auf den Fötus. Zum anderen ist es in der Gebärmutter relativ dunkel. Mit einer neuen Methode konnten Mediziner der Universität Bonn diese Probleme nun in den Griff bekommen: Sie pumpten Kohlendioxid in die Gebärmutter und legten die ungeborenen Patienten so kurzzeitig trocken.

In ihrer Studie berichten die Bonner Ärzte von 37 ungeborenen Kindern, die sie mit dieser Methode erstmals operiert haben. Lediglich einmal sei es dabei zu Komplikationen gekommen. „In fast allen Fällen hätten wir ohne Einleitung von Kohlendioxid nicht operieren können. Die Sicht auf das Operationsfeld war einfach zu sehr getrübt“, sagt der Fetalchirurg Thomas Kohl.

Die Kohlendioxid-Auffüllung der Fruchthöhle, von den Bonnern „partial amniotic carbon dioxide insufflation“ (abgekürzt PACI) getauft, haben die Ärzte nur bei technisch sehr schwierigen minimalinvasiven Eingriffen angewendet, zum Beispiel einer Spina bifida.

Bei dieser Fehlbildung sind die Wirbelkörper im Rücken nur unvollständig verschlossen, sodass das Rückenmark freiliegt. Die Ärzte überdecken den Defekt mit einem Flicken und können so Folgekomplikationen wie Gehbehinderungen oder Hirnschäden minimieren. Kohl: „Ein derart komplexer Eingriff ist ohne PACI einfach unmöglich.“

Bei Bauchspiegelungen hatte man ursprünglich mit ähnlichen Sicht-Problemen zu kämpfen, dort ist die Kohlendioxid-Methode schon lange üblich. In der vorgeburtlichen Medizin galt aber lange Zeit das Paradigma, der Fötus dürfe möglichst nicht trocken fallen.

„Unsere noch jungen Erfahrungen mit der Methode lassen vermuten, dass die Gaseinleitung keinen Schaden anrichtet“, sagt Kohl. Die mitunter praktizierte Alternative, vor dem Eingriff das Fruchtwasser auszutauschen, werde damit unnötig. © hil/aerzteblatt.de

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