Berlin – Die Honorarreform erfüllt ihren Zweck. Das stellte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt mit Blick auf die von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) vorgelegten ärztlichen Honorarzahlen fest. „Die Zahlen bestätigen meine Auffassung, dass die niedergelassenen Ärzte durch die Honorarreform insgesamt profitieren, so Schmidt. Jetzt sei es an der Zeit, Aktionen zulasten der Patienten und unberechtigte Proteste einzustellen.
Rudolf Henke, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer, verteidigte die vielfach kritisierten Ärzteproteste. Die Proteste hätten sich „gelohnt“, sagte er am Montag im ZDF-Morgenmagazin. Ein in manchen Teilen drohendes Minus von 20 Prozent sei jetzt auf höchstens fünf Prozent Verlust begrenzt worden. Ob weitere Proteste folgen werden, richtet sich laut Henke danach, „was die Gesamtbilanz des Jahres sein wird".
Der Vorsitzende des Ärzteverbandes Hartmannbund, Kuno Winn, erklärte, zumindest große Teile der zusätzlichen Milliarden seien offensichtlich bei den Ärzten angekommen. Dennoch gebe es auch Verlierer. Die der KBV-Erhebung zugrunde liegende mangelhafte Datenbasis mache allerdings „darüber hinaus gehende klare Aussagen fast unmöglich“.
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Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) stellte nach Abschluss der Honorarberechnungen für das erste Quartal 2009 eine deutliche Annäherung der Kassenarzt- und Psychotherapeutenhonorare an den Bundesdurchschnitt fest. Der durchschnittliche Honorarzuwachs im Vergleich zum Vorjahresquartal betrage in Niedersachsen rund 19 Prozent. Dabei liegt laut KVN der Anteil der Praxen mit Honorarzuwachs bei 90 Prozent.
Auch die hessischen Ärzte und Psychotherapeuten verzeichneten im ersten Quartal 2009 mehrheitlich steigende Honorare. Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres beträgt der Zuwachs nach Angaben der KV Hessen (KVH) rund 8,3 Prozent. Allerdings gebe es nicht nur Gewinner: Laut KVH konnten nur rund 75 Prozent der Praxen ein Plus verzeichnen. Rund ein Viertel müsse Verluste von teilweise mehr als 20 Prozent des bisherigen Honorars hinnehmen.
In Brandenburg verzeichneten rund 70 Prozent der Vertragsärzte im ersten Quartal 2009 einen spürbaren Honoraranstieg. Laut KV Brandenburg (KVBB) haben aber etwa 13 Prozent der Ärzte Honorareinbußen von mehr als fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.
Bei der KV Rheinland-Pfalz (KVRLP) ist nach Abrechnung des ersten Quartals 2009 Ernüchterung eingetreten: „Der von Bundesebene geschätzte Zuwachs der Honorare in Rheinland-Pfalz von 8,6 Prozent konnte leider nicht erreicht werden“, so die KV. Im Vergleich zum vierten Quartal 2008 betrage die Steigerung nur 4,8 Prozent. Ein Teil dieses Zuwachses erfolge jedoch unabhängig von der Honorarreform durch die Einführung der neuen Leistungen Mammografie-Screening und Hautkrebs-Screening sowie durch die Förderung ambulanter Operationen.
In Baden-Württemberg ermittelte die KV durch die Honorarreform mehr Verlierer als Gewinner: „Wenn die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) heute feststellt, die Honorarreform sei ein Erfolg, dann trifft das für alle Regionen in Deutschland zu, außer für Baden-Württemberg“, erklärt die KV Baden-Württemberg (KVBW). Nur die Konvergenzregelung der KVBW verhindere derzeit existenzbedrohende Honorarverluste für Arztpraxen.
Im ersten Quartal 2009 wuchs in Sachsen-Anhalt die Vergütung der ärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen im Vergleich zum ersten Quartal 2008 um 16,1 Prozent. Dabei liegen nach Angaben der KV Sachsen-Anhalt (KVSA) die durchschnittlichen Zuwächse in den Arztgruppen zwischen einem und 30 Prozent.
Dagegen fällt die Bilanz der KV Westfalen-Lippe (KVWL) zwiespältig aus. Hochrechnung zeigten zwar einen Anstieg des Gesamthonorars für das erste Quartal des Jahres um 6,4 Prozent. Trotz der Steigerung werde aber rund ein Viertel der Hausärzte und ein Drittel der Fachärzte im Landesteil weniger Umsatz machen als im Vorjahresquartal. Zudem werde die Unterfinanzierung der ambulanten Versorgung von rund 30 Prozent nur zu einem Teil ausgeglichen. © hil/aerzteblatt.de
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