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Medizin

Geschädigtes Herzmuskelgewebe lässt sich regenerieren

Dienstag, 28. Juli 2009

Boston – Wissenschaftler der Kinderklinik in Boston konnten im Tierversuch nachweisen, dass es möglich ist, erkranktes Myokard medikamentös zur Regeneration zu stimulieren. Das Fachblatt Cell publiziert die Studie in seiner zweiten Juliausgabe (2009; 138: 257-270). Der Herzmuskel zählt unter normalen Umständen zu den sich nicht regenerierenden Geweben. Daher suchen weltweit Arbeitsgruppen nach Wegen, geschädigtes Myokard zu reparieren.

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2007 konnte die Arbeitsgruppe von Bernhard Kühn an der Kinderklinik in Boston zeigen, dass im Herzen regenerative Kapazitäten schlummern, die sich theoretisch erwecken lassen (Nature Medicine 2007; 13:962-9). Nun konnten die Bostoner Forscher diese theoretische Möglichkeit mithilfe des Wachstumsfaktors Neuregulin 1 (NRG1) im Tierversuch umsetzen.

Die Forscher injizierten lebenden Mäusen, die eine Herzattacke erlitten hatten, an zwölf Tagen je einmal NRG1 und untersuchten die Tiere in der Folge. Es zeigte sich, dass das Herz sich regenerierte und sich im Echokardiogramm eine verbesserte Pumpfunktion feststellen ließ.

Mäuse, die NRG1 erhielten, zeigten auch keine Dilatation des linken Ventrikels oder kardiale Hypertrophie. „Obwohl sich immer mehr Bemühungen auf stammzellbasierte Strategien fokussieren, zeigt unsere Arbeit, dass Stammzellen nicht benötigt werden.

Es genügt, die Kardiomyozyten zur Proliferation zu stimulieren“, betont Kühn: „Neuregulin 1 funktioniert auch bei systemischer Gabe, was auf eine vielversprechende Möglichkeit hindeutet, Nutzen für die klinische Behandlung von Herzerkrankungen zu entwickeln.“ © hil/aerzteblatt.de

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