Würzburg – Genetisch bedingte Veränderungen der Myelinbildung sowie genetisch bedingte Fehlregulationen des Immunsystems lösen alleine noch keine multiple Sklerose aus. Treffen allerdings diese beiden Faktoren zusammen, und kommt es auf diesem Boden zu einer gegen das ZNS gerichteten Entzündungsreaktion, so verlaufe diese heftiger und mit deutlich mehr Gewebeschädigung als ohne diese Faktoren. Das berichtet eine Arbeitsgruppe der Julius-Maximilians-Universität Würzburg im American Journal of Pathology (doi 10.2353/ajpath.2009.081012).
Chronisch entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS) haben für die Betroffenen in der Regel gravierende Auswirkungen auf ihre Lebensqualität. Obwohl die Forschung auf diesem Gebiet in der Vergangenheit große Fortschritte gemacht hat, sind die Auslöser und Ursachen dieser Krankheitsfamilie, zu der auch die multiple Sklerose gehört, noch immer nicht zweifelsfrei identifiziert.
Unter den Verdächtigen ragen zwei Faktoren besonders hervor: Eine erhöhte Anfälligkeit des zentralen Nervensystems gegenüber Angriffen von außen und ein fehlerhaft arbeitendes Immunsystem. Inwieweit sich diese beiden Faktoren gegenseitig beeinflussen, war nach Angaben der Wissenschaftler bislang nicht geklärt.
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