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Multiple Sklerose: Verschiedene Faktoren müssen zusammenkommen

Mittwoch, 29. Juli 2009

Würzburg – Genetisch bedingte Veränderungen der Myelinbildung sowie genetisch bedingte Fehlregulationen des Immunsystems lösen alleine noch keine multiple Sklerose aus. Treffen allerdings diese beiden Faktoren zusammen, und kommt es auf diesem Boden zu einer gegen das ZNS gerichteten Entzündungsreaktion, so verlaufe diese heftiger und mit deutlich mehr Gewebeschädigung als ohne diese Faktoren. Das berichtet eine Arbeitsgruppe der Julius-Maximilians-Universität Würzburg im American Journal of Pathology (doi 10.2353/ajpath.2009.081012).

Chronisch entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS) haben für die Betroffenen in der Regel gravierende Auswirkungen auf ihre Lebensqualität. Obwohl die Forschung auf diesem Gebiet in der Vergangenheit große Fortschritte gemacht hat, sind die Auslöser und Ursachen dieser Krankheitsfamilie, zu der auch die multiple Sklerose gehört, noch immer nicht zweifelsfrei identifiziert.

Unter den Verdächtigen ragen zwei Faktoren besonders hervor: Eine erhöhte Anfälligkeit des zentralen Nervensystems gegenüber Angriffen von außen und ein fehlerhaft arbeitendes Immunsystem. Inwieweit sich diese beiden Faktoren gegenseitig beeinflussen, war nach Angaben der Wissenschaftler bislang nicht geklärt.

„Die Frage dabei war, wie eine vorgegebene genetische Veränderungen des Myelins in Kombination mit oder ohne der Fehlregulation des Immunsystems die Entzündung des zentralen Nervensystems beeinflusst“, erklärt Heinz Wiendl, Leiter der klinischen Forschungsgruppe für multiple Sklerose und Neuroimmunologie.

Die Wissenschaftler untersuchten diese Fragestellung am Mausmodell. Das Ergebnis: Treffen beide Faktoren – Myelinschaden und fehlerhaftes Immunsystem – aufeinander, verstärkt sich die Entzündungsreaktion im Bereich des zentralen Nervensystems; die Gewebeschäden nehmen zu. Fehlerhaft arbeitende Immunzellen allein verursachen hingegen keine Schäden.

Nach Ansicht der Wissenschaftler lässt dies den Schluss zu, dass eine Kombination verschiedener krankheitsfördernder Aspekte auch bei Multipler Sklerose den Ausbruch der Erkrankung oder die Intensität von Schüben beeinflusst. © hil/aerzteblatt.de

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