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Statistisches Bundesamt: Immer mehr kinderlose Frauen

Mittwoch, 29. Juli 2009

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Berlin – In Deutschland bekommen immer mehr Frauen keine Kinder. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Berlin mitteilte, waren im vergangenen Jahr 21 Prozent der Frauen zwischen 40 und 44 Jahren ohne Nachwuchs. Vor allem Akademikerinnen in Westdeutschland haben laut der ersten umfassenden Erhebung zu Kinderlosigkeit und Geburten überdurchschnittlich häufig keine Kinder. „Je höher der Bildungsstandard, desto häufiger ist eine Frau kinderlos“, sagte Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamtes. 

26 Prozent der hochgebildeten westdeutschen Frauen über 40 Jahre hatten in 2008 noch keine Kinder zur Welt gebracht. Dieser Anteil sei deutlich höher als bei Frauen mit mittlerer und niedriger Bildung (16 und elf Prozent). In Ostdeutschland blieben dagegen nur neun Prozent der hochgebildeten Frauen ohne Nachwuchs. Auch sei hier – anders als im Westen – ein Zusammenhang zwischen Bildungsstand und Kinderlosigkeit nicht herzustellen, sagte Egeler.

Von den 35- bis 39-Jährigen hatten in den alten Ländern im vergangenen Jahr insgesamt 28 Prozent keine Kinder, in den neuen Ländern waren es lediglich 16 Prozent. Egeler führte diese Ergebnisse auf „unterschiedliche familienpolitische Ansätze, verschiedene Lebensentwürfe und Lebenshaltungen“ in Ost und West zurück. 

Die Studie offenbart zudem, dass die Kinderlosigkeit in Städten höher ist als in ländlichen Gebieten. Besonders in den Stadtstaaten leben viele Frauen ohne Kinder. Der Anteil kinderloser Frauen ist in Hamburg am höchsten. 

Auch im Vergleich von in Deutschland geborenen Frauen und Frauen mit Migrationshintergrund gibt es Unterschiede: Zugewanderte Frauen sind seltener kinderlos. Von den 35- bis 44-Jährigen Zuwanderinnen haben 13 Prozent keine Kinder, bei den in Deutschland geborene Frauen der gleichen Jahrgänge sind es dagegen 25 Prozent. 

Egeler resümierte, dass für die aktuelle niedrige Geburtenrate vor allem die hohe Kinderlosigkeit verantwortlich sei. Zwar gehe derzeit auch die Kinderzahl je Frau zurück, doch sei diese Entwicklung über die Jahrzehnte gesehen stabil. 

Die Daten zu Kinderlosigkeit und Geburten konnten in dieser Form erstmals vom Statistischen Bundesamt erhoben werden. Eine Gesetzesänderung ermöglichte im Rahmen des Mikrozensus, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Europa, gezielte Fragen. Befragt wurden alle Frauen zwischen 15 und 75 Jahren. Die Angaben waren freiwillig. © nos/aerzteblatt.de

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