| Barack Obama /dpa |
Washington – Der Plan von US-Präsident Barack Obama für eine umfassende Gesundheitsreform ist im Kongress einen wichtigen Schritt vorangekommen. Die Abgeordneten seiner Demokraten im Repräsentantenhaus einigten sich am Mittwoch auf die Eckpunkte eines Gesetzentwurfs, der im September zur Abstimmung gestellt werden soll. In der zweiten Kongresskammer, dem Senat, stand eine Einigung auf einen Entwurf weiter aus.
Obama begrüßte den Kompromissentwurf im Repräsentantenhaus. Er räumte ein, dass sich sein bisheriger Zeitplan, der eine Verabschiedung des Projekts vor Beginn der Parlamentsferien im August vorsah, nicht halten lasse. „Im besten Fall wird es ein Votum erst Ende September oder Anfang Oktober geben“, sagte er in Raleigh.
Der Einigung in der demokratischen Fraktion waren tagelange zähe Verhandlungen vorangegangen. Eine Gruppe von Abgeordneten vom konservativeren Parteiflügel hatte sich den ursprünglichen Plänen verweigert, weil sie zu hohe Belastungen für den Staatshaushalt und für klein- und mittelständische Unternehmen fürchteten. Ohne diese Angeordnete hätte das Projekt aber keine Mehrheit im Repräsentantenhaus.
Der Kompromiss sieht laut US-Medien vor, dass kleinere Unternehmen mit Gehaltskosten von weniger als 500.000 Dollar (357.000 Euro) pro Jahr von der Pflicht zur Versicherung ihrer Angestellten befreit werden sollen. Ursprünglich hatten Demokraten die Grenze bei 250.000 Dollar ziehen wollen. Für größere Unternehmen soll aber eine Versicherungspflicht eingeführt werden; Firmen, die ihren Angestellten keine Krankenversicherung finanzieren, sollen mit einer Strafsteuer belegt werden.
Eine Einigung gab es auch in der besonders strittigen Frage, ob der Staat selbst eine Krankenkasse mit günstigen Angeboten für Geringverdiener einrichten soll. Der Kompromiss sieht eine solche Option vor; um die privaten Versicherer vor Konkurrenz durch den Staat zu schützen, muss die staatliche Kasse aber die Zahlungen für ärztliche Leistungen direkt mit den Ärzte- und Krankenhausverbänden aushandeln - und nicht selbst auf niedrigem Niveau festlegen, wie es viele Demokraten zuvor gefordert hatten.
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