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Bochum: Behandlung mit Nabelschnurblut

Freitag, 31. Juli 2009

Bochum – Mediziner der Ruhr-Universität Bochum (RUB) haben Mitte Juli zum zweiten Mal ein Kind mit dessen eingefrorenem Nabelschnurblut behandelt. Der drei Monate alte Säugling hatte laut RUB durch eine Hirnhautentzündung einen schweren Hirnschaden erlitten, der zu spastischen Lähmungen führte. Die Mediziner hoffen, dass Stammzellen aus dem Nabelschnurblut die geschädigten Bereiche des Gehirns zur Regeneration anregen werden.

Eine ähnliche Behandlung im Januar 2009 hatte nach Aussage der RUB ermutigende Ergebnisse erbracht: Der damals behandelte dreijährige Patient, der nach einen Herzstillstand unter anderem erblindete, habe inzwischen sein Sehvermögen wiedererlangt und beginne bereits wieder zu sprechen.

Wie genau Stammzellen aus dem Nabelschnurblut wirken, sei noch nicht erforscht, so die Bochumer Mediziner. Grundlagenuntersuchungen und Ergebnisse aus Tierversuchen legten jedoch nahe, dass geschädigte Hirnnervenzellen bestimmte Eiweißstoffe freisetzen, die die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut anziehen. Die Stammzellen schütteten dann wahrscheinlich im Gehirn Substanzen aus, die Entzündungsprozesse hemmen und die Narbenbildung verhindert können.

Außerdem scheinen sie der RUB zufolge verbliebene gesunde Nervenzellen zur Teilung anregen zu können, so dass diese dann die Funktionen der zerstörten Zellen übernehmen können. Wie lange nach einer Hirnschädigung diese Prozesse noch funktionieren können, wissen die Forscher nicht.

„Zu diesem Thema gibt es weltweit noch keine Publikationen, abgesehen von einigen Zeitungsberichten aus den USA und China, die allerdings nicht auf wissenschaftlichen Studien basieren", erklärt Arne Jensen von der Campus Klinik Gynäkologie. Auch bei den Bochumer Behandlungen handle es sich lediglich um Heilversuche, unterstreicht er. © hil/aerzteblatt.de

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