Abuja – Im Rechtsstreit um Arzneimitteltests des US-Pharmakonzerns Pfizer in Nigeria haben sich die beteiligten Parteien außergerichtlich geeinigt. Pfizer verpflichtete sich zu einer Zahlung in Höhe von 75 Millionen Dollar (53 Millionen Euro) an den nordnigerianischen Bundesstaat Kano, gestand aber keine Schuld ein, wie die Streitparteien am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten.
Pfizer hatte 1996 in Kano das Meningitis-Medikament Trovan an 200 Kindern getestet, während in der Region zeitgleich eine Epidemie von Meningitis, Masern und Cholera herrschte. Elf Kinder starben, die 189 anderen erlitten körperliche Schäden.
Die Einigung sei in „beiderseitigem Interesse“, weil somit ein langwieriger Rechtsstreit vermieden werden könne, erklärten die Parteien. Der Bundesstaat Kano hatte Pfizer 2006 wegen illegaler Medikamententests verklagt und 2,75 Milliarden Dollar Schadensersatz gefordert.
Pfizer zahlt nun 35 Millionen Dollar in einen Meningitis-Gesundheitsfonds und 30 Millionen Dollar für andere Gesundheitsprojekte des Bundesstaates. Weitere 10 Millionen Dollar erhält Kano für die bisherigen Kosten des Rechtsstreits. Der Bundesstaat verhandelte im Namen der Familien der Opfer mit Pfizer.
Damit sind die Rechtsstreitigkeiten in dem Fall allerdings noch nicht beendet. Die nigerianische Bundesregierung verlangt von Pfizer ebenfalls Schadensersatz. Ein Anwalt der Regierung zeigte sich aber zuversichtlich, dass auch in diesem Fall eine Einigung erzielt werden könne.
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