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Synthetische Viren-RNA treibt Hautkrebszellen in den Selbstmord

Freitag, 31. Juli 2009

München/Bonn – Ein Verfahren, das Krebszellen in den Selbstmord treibt, haben Forscher der LMU München und der Universität Bonn entwickelt. Dazu haben sie synthetische Erbinformation von Viren in Hautkrebszellen eingeschleust, die sich daraufhin selbst vernichteten.

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Im Tierversuch konnten die Forscher zeigen, dass das neue Verfahren Hautkrebs-Metastasen in der Lunge erfolgreich bekämpft. Die Wissenschaftler publizierten im Journal of Clinical Investigation (DOI: 10.1172/JCI37155).

Hautkrebs ist weltweit auf dem Vormarsch: Wichtigster Auslöser sind Schäden der Haut durch starke und anhaltende Sonnenstrahlung, aber auch genetische Faktoren spielen eine Rolle.

Werden die bösartigen Veränderungen nicht frühzeitig erkannt und vollständig entfernt, ist die Gefahr einer Metastasenbildung sehr hoch. Besonders problematisch ist zudem, dass die Tumoren weitgehend resistent sind gegenüber einer Bestrahlungs- oder Chemotherapie.

„Wenn die Erbsubstanz irreparabel beschädigt ist, wird bei der betreffenden Zelle normalerweise der programmierte Selbstmord eingeleitet", sagt der Studienleiter Robert Besch von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Die Apoptose schütze den Körper vor potentiell gefährlichen Zellen. Bei Krebs sei dieses Programm aber außer Gefecht gesetzt.

Wenn das Immunsystem aber Viren erkenne, die nur ihre nackte Erbinformation in die Körperzellen einschleusten, werde in den infizierten Zellen die Apoptose eingeleitet. „Wir wollten die Mechanismen der Virenabwehr zur Bekämpfung von Tumoren einsetzen. Dazu haben wir künstlich hergestelltes Viren-Erbgut wie ein Arzneimittel eingesetzt“, erläutert Gunther Hartmann von der Universität Bonn.

Diese sogenannte Triphosphat-RNA besitze charakteristische chemische Merkmale, mit deren Hilfe der Körper eine Virusinfektion identifizieren und bekämpfen könne. Gegenüber intakten Viren bot die synthetische RNA den Vorteil, dass sie sich nicht im Körper ausbreiten und vermehren kann.

Wirksam war sie dennoch: Sie verleitete Hautkrebszellen zum sofortigen programmierten Selbstmord. Gesunde Zellen blieben dagegen verschont. „Das Spannende daran ist, dass ein Protein namens Bcl-xL in gesunden Zellen – und nur dort – den programmierten Zelltod verhindert hat“, so Besch."

In der Studie, die von der Deutschen Krebshilfe und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wurde, verringerten sich im Tierversuch die Tumoren in Größe und Masse deutlich. © hil/aerzteblatt.de

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