Eingeloggt als

Suchen in

6.838 News Medizin

Medizin

Neue HIV-Variante entdeckt

Montag, 3. August 2009

Rouen – Französische und britische Forscher habe eine bisher unbekannte Variante des humanen Immunschwächevirus (HIV-1) entdeckt. Die genetische Untersuchung in Nature Medicine (2009; doi: 10.1038/nm.2016) zeigt eine Verwandtschaft zu einem Virus, das Gorillas befällt.

Das Virus wurde im Blut einer 62 Jahre alten Frau aus Kamerun entdeckt, die 2004 nach Paris gezogen war und kurz darauf an den Symptomen einer HIV-Infektion erkrankte. Bei der Bestimmung der Viruslast fiel den Ärzten eine Diskrepanz zum klinischen Krankheitsbild auf, weshalb die Gruppe um Jean-Christophe Plantier von der Universität Rouen beauftragt wurde, das Virus genetisch näher zu betrachten. Unterstützt wurden sie dabei von Wissenschaftlern der Universität Manchester.

Zu ihrer Überraschung stellten die Experten starke Abweichungen zu den drei bekannten Untergruppen von HIV-1 fest: Das Virus gehört weder zur Gruppe M (“major”), auf die 90 Prozent aller HIV-1-Viren entfallen, noch zu den Gruppen N (“new”) oder O (“outlier”), die beide in Kamerun verbreitet sind. Die Forscher sind deshalb überzeugt, eine vierte Gruppe des HIV-1 gefunden zu haben, die sie als Gruppe P bezeichnen.

Wie die anderen drei Gruppen ist die neue Virusvariante mit einem simianen Immundefizienz-Virus (SIV) verwandt. Anders als die Gruppen M, N, O, die alle von Schimpansen auf den Menschen übergetreten ist, hat P seinen Ursprung im “gorilla simian immunodeficiency virus” (SIVgor), was die Einordnung in eine neue Gruppe weiter unterstützt.

zum Thema
Die Frage lautet nun, ob die Frau der erste Fall einer Infektion mit HIV-1 der Gruppe P ist. Die Forscher halten dies für extrem unwahrscheinlich, da die Frau in Kamerun in einer semiurbanen Gegend wohnte, wo sie weder Kontakt zu den Menschenaffen hatte, noch Buschfleisch verzehrt hatte.

Wie häufig die Varianten P ist, lässt sich nicht abschätzen. Eine allzu weite Verbreitung erscheint unwahrscheinlich, da auch die Gruppe O ein “Sonderfall” (Outlier) geblieben ist, auf den weniger als ein Prozent der Infektionen im Kamerun entfallen.

In Frankreich soll es nur hundert Patienten mit Gruppe O-Viren geben. Auf jeden Fall zeigt die Publikation, dass die Evolution der HI-Viren ein andauernder Prozess ist, wie die Forscher schreiben, und mit der Entstehung beziehungsweise Entdeckung weiterer Viren gerechnet werden muss. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige
Drucken Versenden Teilen
6.838 News Medizin

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste