| dpa |
Rouen – Französische und britische Forscher habe eine bisher unbekannte Variante des humanen Immunschwächevirus (HIV-1) entdeckt. Die genetische Untersuchung in Nature Medicine (2009; doi: 10.1038/nm.2016) zeigt eine Verwandtschaft zu einem Virus, das Gorillas befällt.
Das Virus wurde im Blut einer 62 Jahre alten Frau aus Kamerun entdeckt, die 2004 nach Paris gezogen war und kurz darauf an den Symptomen einer HIV-Infektion erkrankte. Bei der Bestimmung der Viruslast fiel den Ärzten eine Diskrepanz zum klinischen Krankheitsbild auf, weshalb die Gruppe um Jean-Christophe Plantier von der Universität Rouen beauftragt wurde, das Virus genetisch näher zu betrachten. Unterstützt wurden sie dabei von Wissenschaftlern der Universität Manchester.
Zu ihrer Überraschung stellten die Experten starke Abweichungen zu den drei bekannten Untergruppen von HIV-1 fest: Das Virus gehört weder zur Gruppe M (“major”), auf die 90 Prozent aller HIV-1-Viren entfallen, noch zu den Gruppen N (“new”) oder O (“outlier”), die beide in Kamerun verbreitet sind. Die Forscher sind deshalb überzeugt, eine vierte Gruppe des HIV-1 gefunden zu haben, die sie als Gruppe P bezeichnen.
Wie die anderen drei Gruppen ist die neue Virusvariante mit einem simianen Immundefizienz-Virus (SIV) verwandt. Anders als die Gruppen M, N, O, die alle von Schimpansen auf den Menschen übergetreten ist, hat P seinen Ursprung im “gorilla simian immunodeficiency virus” (SIVgor), was die Einordnung in eine neue Gruppe weiter unterstützt.
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