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Gegen Tamiflu resistente Schweinegrippe-Viren in USA entdeckt

Dienstag, 4. August 2009

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La Jolla/Berlin – Aus dem Grenzgebiet zwischen den USA und Mexiko sind Fälle von Schweinegrippe gemeldet worden, bei denen der Einsatz von Oseltamivir (Tamiflu®) unwirksam war. Dies teilte die Chefin der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO), Maria Teresa Cerqueira, am Montag bei einer Konferenz im kalifornischen La Jolla mit. Experten raten von einer Selbstmedikation mit Tamiflu ab.

Laut Cerqueira wurden einige Fälle von Tamiflu-Resistenz in der mexikanischen Grenzstadt El Paso und in der Nähe von McAllen im US-Bundesstaat Texas beobachtet. Die Resistenzen seien bei Infizierten festgestellt worden, die regelmäßig die Grenze zwischen Mexiko und den USA überquerten und die sich selbst mit Tamiflu behandelt hätten, sagte Cerqueira. 

Das vom Pharmakonzern Roche hergestellte Medikament ist derzeit das wichtigste zur Behandlung der Schweinegrippe eingesetzte Mittel, da ein Impfstoff noch entwickelt wird. In den USA und Deutschland ist Tamiflu rezeptpflichtig, in Mexiko dagegen frei verkäuflich. Cerqueira warnte vor voreiliger Einnahme des antiviralen Medikaments. Wenn das Mittel schon „beim ersten Niesen“ eingenommen werde, sei es später bei wirklichem Bedarf unwirksam.

Laut Cerqueira wurde einer der Patienten, die nicht auf Tamiflu reagierten, anschließend mit dem Anti-Virenmittel Zanamivir des britischen Herstellers GlaxoSmithKline behandelt. Ein anderer habe keine zusätzliche Behandlung erhalten. Beide Patienten hätten die Schweinegrippe überlebt. Roche selbst hatte nach klinischen Tests angekündigt, dass mit einer Resistenzrate von etwa 0,5 Prozent zu rechnen sei.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin gibt es seit Ende Juni aus mehreren Staaten Meldungen über Resistenzen gegen Tamiflu. Laut WHO handelte es sich bisher um Einzelfälle. Es seien bisher keine Übertragungen der resistenten Viren auf andere Kontaktpersonen nachgewiesen worden.

Grundsätzlich raten die RKI-Experten von der Selbstmedikation mit Tamiflu ab. Die antiviralen Arzneimittel sind in Deutschland rezeptpflichtig und sollten unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Dies ist laut RKI auch deshalb wichtig, weil eine Unterdosierung die Entstehung von resistenten Viren begünstigen kann. Zudem sei die Eigendiagnose unzuverlässig. Die Influenza könne mit vielen anderen akuten Erkrankungen verwechselt werden. © afp/aerzteblatt.de

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