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DIHK bemängelt Schweinegrippevorsorge bei Unternehmen

Mittwoch, 5. August 2009

Berlin – Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat Unternehmen aufgefordert, sich besser auf die Massenausbreitung der Schweinegrippe vorzubereiten. „Der volkswirtschaftliche Schaden im Falle einer Ausweitung der Pandemie muss möglichst gering gehalten werden“, sagte DIHK-Präsident Hans-Heinrich Driftmann am Mittwoch FR-online.de. Das Kabinett will sich nächste Woche mit der Verordnung zur Schweinegrippe-Impfung befassen.

Nicht nur große Firmen, auch mittelständische Betriebe seien gut beraten, Pandemie-Notfallpläne zu erarbeiten, sagte Driftmann. Neben Krankenhäusern, Energieversorgern oder Telekommunikationsunternehmen sollten auch Reinigungs- und Wartungsfirmen oder Lebensmittel-Lieferanten vorsorgen. Laut einer Blitzumfrage der Handelskammer Pfalz verfügen derzeit nur zwei von 83 befragten Unternehmen bereits über interne Pandemiepläne. 

Die Zahl der Schweinegrippe-Fälle in Deutschland ist laut Robert-Koch-Institut (RKI) bis Dienstagnachmittag auf 7.963 Fälle hochgeschnellt. Das waren 786 neue Fälle binnen 24 Stunden. Weltweit seien seit dem Ausbruch der Krankheit im April 1154 Menschen am A/H1N1-Virus gestorben, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf mit. Betroffen seien inzwischen 168 Länder. 

Mit einem Impfstoff gegen die Schweinegrippe wird erst im Herbst gerechnet. Ziel von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) bleibe es, dass jeder, der geimpft werden wolle, auch geimpft werden könne, sagte eine Ministeriumssprecherin in Berlin. 

Die Verordnung, die am kommenden Mittwoch verabschiedet werden soll, regelt unter anderem, welche Risikogruppen zuerst geimpft werden. Dazu zählen Menschen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes, Asthma, HIV-Kranke und Menschen, die schwer fettleibig sind.

Darüber hinaus sollen Schwangere, Ärzte und Mitglieder von Polizei und Feuerwehr Vorrang haben. Die Bundesregierung folgt damit einer entsprechenden Empfehlung der WHO. Die Bundesländer haben bei den Herstellern zunächst 50 Millionen Impfdosen bestellt. Der Impfstoff befindet sich derzeit noch in der Testphase. 

Der öffentliche Gesundheitsdienst könne bei der Impfaktion „eine wichtige, zentral koordinierende Funktion" übernehmen, sagte Stephan Articus, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, bei der Anhörung zur geplanten Verordnung im Bundesgesundheitsministerium. Allerdings blieben die Hausärzte für viele Menschen die erste Adresse. Articus forderte, dass die Finanzierung der Impfaktion nun endgültig geklärt werden müsse. 

Wegen der Ausbreitung der Schweinegrippe hatte sich der deutsche Virologe Alexander Kekulé für eine Verlängerung der Schulferien ausgesprochen. Dies sei eine gute Möglichkeit, die Verbreitungswelle abzufangen, sagte der Direktor des Instituts für medizinische Mikrobiologie am Universitätsklinikum in Halle am Dienstag dem Nachrichtenportal Handelsblatt.com.

Auch Kindertagesstätten sollten in diese Überlegungen miteinbezogen werden. Dem Bericht zufolge erwägt bisher aber nur Nordrhein-Westfalen, wo der erste Schultag am 17. August ist, eine Verlängerung der Sommerferien. © afp/aerzteblatt.de

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