Mittwoch, 5. August 2009
FDA erweitert Krebswarnung bei TNF-Blockern
Washington – Der Einsatz von Medikamenten, die die Wirkung des Tumornekrosefaktors alpha (TNF) blockieren, geht bei Kindern und Jugendlichen mit einem erhöhten Risiko von Lymphomen und anderen Krebserkrankungen einher. Aber auch Leukämien, Melanome und solide Karzinome wurden beobachtet, darunter einige, die bei Kindern sonst sehr selten sind. 11 der 48 Kinder starben an T-Zell-Lymphomen (10 Fälle) oder an einer Sepsis in einer Remission eines Lymphoms (1 Fall). Da die Mehrzahl der Patienten auch mit anderen Immunsuppressiva behandelt wurde, ist es der FDA nicht möglich die Stärke der Assoziation abzuschätzen. Weitere Ergebnisse erhofft sich die FDA aus laufenden “Post-marketing”-Studien. Bei Erwachsenen war ein erhöhtes Krebsrisiko unter der Therapie mit TNF-Blocker bekannt. Hier sind in den USA neben Etanercept, Adalimumab und Infliximab auch Certolizumab (Cimzia®) und Golimumab (Simponi®) zugelassen. Neu ist die Erkenntnis, dass unter der Therapie möglicherweise auch vermehrt Leukämien auftreten. Unter den 147 nach der Zulassung bekannt gewordenen Fällen befanden sich vor allem akute myeloische Leukämien (44 Fälle), chronische lymphozytische Leukämien (31 Fälle) und chronische myeloische Leukämien (23 Fällen). Insgesamt 30 Patienten starben. Der kausale Zusammenhang ist auch hier nicht einfach herzustellen, da 60 Prozent der Patienten andere immunsuppressive und damit potenziell krebsfördernde Medikamente erhalten hatten. Sicher scheint dagegen die Kausalität bei der Induktion einer Psoriasis. Sie stützt sich auf 69 Fälle (davon 2 Kinder), darunter 17 pustuläre und 15 palmoplantare Erkrankungen. Denn bei den meisten Patienten kam es nach dem Absetzen des Medikaments zu einer Besserung der Psoriasis. Die FDA rät den Ärzten, die Patienten (oder die Eltern) auf die Problematik hinzuweisen. Die Hersteller wurden aufgefordert ihre Informationsmaterialien für die Patienten (Medication Guide) zu überarbeiten. © rme/aerzteblatt.de Um Nachrichten kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden. |
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