HPV-Impfung wird weiterhin von der STIKO empfohlen
Dienstag, 11. August 2009
Berlin – Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) hat ihre Empfehlung für eine HPV-Impfung aller Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahre nach Berücksichtigung aktueller Studien erneut bekräftigt (Epidemiologisches Bulletin Nr. 32 vom 10. August 2009). Die Neubewertung war notwendig geworden, nachdem mehrere deutsche Wissenschaftler unterschiedlicher medizinischer Fachrichtungen im November 2008 den Nutzen der Impfung infrage gestellt hatten.
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Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), der die Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) festlegt, hatte die STIKO daraufhin um eine erneute Bewertung der HPV-Impfung gebeten. Seit 2006 steht der Impfstoff Gardasil® gegen humane Papillomviren (HPV) der Typen 6, 11, 16 und 18 und seit 2007 der Impfstoff Cervarix ® gegen HPV der Typen 16 und 18 zur Verfügung. Die STIKO hat im März 2007 eine Empfehlung zur Impfung gegen HPV für alle 12 bis 17 Jahre alten Mädchen ausgesprochen.
Als Impfziel hat die STIKO die Reduktion der Krankheitslast durch das Zervixkarzinom definiert. Seitdem sind weitere Fachpublikationen zu dieser Thematik erschienen: unter anderem die Ergebnisse von drei randomisierten klinischen Studien zur Wirksamkeit der HPV-Impfung und eine systematische Übersicht (Review). Weiterhin wurden mehrere HTA-Berichte (Health Technology Assessment) verschiedener europäischer Länder (Belgien 2007, Deutschland 2009), ein WHO-Positions-Papier (2009) sowie eine Leitlinie des European Center for Disease Prevention and Control (ECDC) und eine S3-Leitlinie zur HPV-Impfung publiziert.
Danach kommt die STIKO zu folgendem Ergebnis: „Die verfügbaren Impfstoffe gegen HPV sind zu nahezu 100 Prozent wirksam zur Verhinderung von Infektionen mit HPV 16 und 18 und damit assoziierten Krebsvorstufen (CIN 2+) am Gebärmutterhals.“ Das gelte unter der Bedingung, dass Mädchen und junge Frauen geimpft werden, die noch nicht mit entsprechenden HPV-Typen infiziert seien (HPV-naiv). Werde die Wirksamkeit der Impfung nicht nur für im Impfstoff enthaltene HPV-Typen geprüft, sondern werde die Betrachtung auf alle HPV-Typen erweitert, die Zervixveränderungen verursachen, dann verringere sich - wie zu erwarten - die Wirksamkeit.
Die Empfehlung der STIKO zur HPV-Impfung richtet sich an junge Mädchen und Frauen vor Beginn der sexuellen Aktivität. Das empfohlene Alter von 12 bis 17 Jahren entspreche den Erkenntnissen aus nationalen Daten zur Jugendsexualität: „Bei bereits mit HPV-infizierten Frauen wirkt die HPV-Impfung deutlich schlechter als bei nicht HPV-Infizierten", so die STIKO. Diese Ergebnisse würden durch die Studiendaten zu beiden Impfstoffen bestätigt.
Bezüglich der Sicherheit der beiden Vakzineprodukte hat die STIKO keine Bedenken. Nach derzeitiger Datenlage böten die beiden Impfstoffe gegen HPV eine vergleichbare Sicherheit wie andere seit langem verwendete Impfstoffe – zum Beispiel gegen Tetanus, Diphtherie oder Hepatitis B. Das konsequente Fortführen der systematischen Überwachung zu dem Auftreten von unerwünschten Wirkungen bleibe weiterhin erforderlich, um Informationen zu langfristigen oder sehr seltenen unerwünschten Wirkungen zu erhalten.
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