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Regierung rechnet mit Schweinegrippe-Impfstoff ab Ende September

Mittwoch, 12. August 2009

Passau/Berlin – Die Bundesregierung rechnet „ab Ende September/Anfang Oktober mit der Auslieferung erster Impfstoffdosen“ gegen die sogenannte Schweinegrippe. Der Beginn der Impfung hänge von den weiteren Fortschritten der Impfstoffentwicklung und dem Zeitpunkt der Zulassung ab, berichtet die „Passauer Neue Presse“ vom Dienstagausgabe unter Berufung auf eine Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs im Gesundheitsministerium, Rolf Schwanitz (SPD), auf eine schriftliche Anfrage der Grünen.

Bei der Impfung der Bundesverwaltung sei vorgesehen, „zunächst Beschäftigten eine Impfung anzubieten, die aus Gründen des Arbeitsschutzes geimpft werden müssen“. Dazu zählten die Mitarbeiter der Vorortteams des Robert-Koch-Instituts, Laborkräfte in zentralen Instituten im Geschäftsbereich oder des ärztlichen Dienstes.

„Sukzessive“ solle zusätzliches „Schlüsselpersonal der Bundesverwaltung“ insbesondere die Beschäftigten der Krisenstäbe geimpft werden. „Hierzu gehören auch die Mitglieder der Bundesregierung“, schreibt die Zeitung weiter. Es sei zu erwarten, dass die Impfungen der Bundesverwaltung zeitgleich mit dem Beginn der Impfung der Bevölkerung in den Ländern stattfinden werden.

Der Virologe Jörg Hofmann rät der Bevölkerung dringend zu einer Impfung, um die Infektionsgefahr einzudämmen. Es gebe keinen Grund für „übersteigerte Angst“ vor Nebenwirkungen der Impfstoffe, sagte der Leiter der Virusdiagnostik an der Berliner Charité am Dienstag im ZDF-“Morgenmagazin“. „Der Impfstoff wird so hergestellt, wie Influenza-Impfstoffe seit 40 Jahren“, betonte Hofmann. Es bestehe daher „überhaupt kein Risiko“, auch nicht für Schwangere.

Der Vorstandsvorsitzende der KKH-Allianz, Ingo Kailuweit, warnte bei den Massenimpfungen vor einer „Hysterie“. Er sieht die Ärzte in der Pflicht. Dem „Hamburger Abendblatt“ vom Dienstag sagte Kailuweit, wichtig sei eine reibungslose Organisation der Impfung.

„Es darf nicht dazu kommen, dass manche zwei Tage und andere zwei Monate auf einen Termin warten“, mahnte er. Gleichzeitig appellierte der Krankenkassen-Chef an die Hersteller des Impfstoffes in der Pharmaindustrie, faire Preise zu machen. „Denn es ist derzeit ein Monopol“, sagte er, „das ist wie die Cola in der Wüste. Wer sie anbietet, bestimmt den Preis.“ © ddp/aerzteblatt.de

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