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Bevölkerung überschätzt Nutzen der Krebsfrüherkennung

Mittwoch, 12. August 2009

Berlin – Die meisten Menschen schätzen die Möglichkeiten der Früherkennung von Brustkrebs und Prostatakarzinom zu positiv ein. Das zeigt eine europaweite Umfrage im Journal of the National Cancer Institute (JNCI 2009; 101: 1216-1220). Deutsche Männer und Frauen erwiesen sich sogar als besonders schlecht informiert.

In der “European Consumer Study 2007” hatte die Gesellschaft für Konsumforschung 10.200 Verbraucher in neun europäischen Ländern, und zwar in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich, Spanien, Polen und in Russland befragt. Beleuchtet wurde unter anderem das Wissen über Präventionsmöglichkeiten und die Nutzung von Informationsquellen zu Gesundheitsfragen.  

Wie die Gruppe um Gerd Gigerenzer vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung mitteilt, überschätzen 92 Prozent aller befragten Frauen den Nutzen der Mammografie als Mittel zur Vermeidung einer tödlich verlaufenden Brustkrebserkrankung oder sie machten keine Angaben dazu.

Gigerenzer führt dies auf eine missverständliche Darstellung der Studienergebnisse in den Medien zurück. Dort werde häufig die relative Risikoreduktion hervorgehoben, der absolute Nutzen aber nicht erwähnt. Eine häufige Aussage sei, dass die Mammografie das Risiko auf einen Brustkrebs um 20 Prozent reduziere.

Die mit statistischen Methoden nicht vertraute Bevölkerung schließe daraus, dass durch die Mammografie 200 von 1.000 Frauen das Leben „gerettet“ werde. Eine krasse Fehleinschätzung, die nur zuträfe, wenn ohne Screening alle Frauen am Brustkrebs stürben. In Wirklichkeit sind es weniger als ein Prozent. Und in den randomisierten Studien senkte die Mammografie die Brustkrebsmortalität nur von 5,0/1000 auf 3,9/1000 Frauen im Alter von 40 bis 74 Jahren. Sie „rettet“ auf tausend Frauen weniger als einer das Leben.

Das wussten in Deutschland nur 0,8 Prozent der Frauen. Sie bildeten damit sogar das Schlusslicht in Europa. Am besten kannten sich Frauen aus Österreich aus. Mit einen Anteil von 2,9 Prozent richtiger Antworten mögen sie relativ gesehen 3,6-fach so gut informiert gewesen sein wie ihre deutschen Nachbarinnen, aber absolut gesehen überwog doch auch in Österreich die Ignoranz.

Männer haben ebenfalls Probleme, die Möglichkeiten der Krebsfrüherkennung richtig einzuschätzen: Rund 89 Prozent aller Befragten versprachen sich zu viel vom PSA-Test. In Deutschland glaubt mehr als die Hälfte, dass der Test 10 bis 100 von 1000 Männern das Leben “retten” könnte. In Wirklichkeit sind es weniger als 1 auf 1.000 sein, wenn überhaupt, denn der Wert des PSA-Screenings ist unter Experten weiterhin umstritten.

Die Fehleinschätzungen in der Bevölkerung sind umso überraschender als die meisten angaben, ihr Wissen nicht aus den Massenmedien zu beziehen, sondern aus Broschüren von Gesundheitsorganisationen – in Deutschland mit 41 Prozent signifikant häufiger als im europäischen Durchschnitt als Informationsquelle genannt.

Wichtige Wissensvermittler sind auch Ärzte und Apotheker, die es nach Einschätzung von Gigerenzer in ihrer Ausbildung nicht gelernt haben, „die statistischen Ergebnisse wissenschaftlicher Studien zu verstehen und zu vermitteln“.

Die Ursache ist bereits in der Schule zu suchen, wo mit Algebra und Trigonometrie eine “Mathematik der Sicherheit” gelehrt werde, nicht aber in statistisches Denken eingeführt werde, das auf den Umgang mit den Risiken einer unsicheren Welt vorbereiten könnte. © rme/aerzteblatt.de

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adonis
am Donnerstag, 13. August 2009, 17:10

@Peter Neufeld

Vergessen sie ihren Protein-Muster Test. Sinnvoller ist eine ganz einfache Untersuchung mit dem Finger in ihrem Hinterteil. Prostatakrebse kann man ertasten!!! Das kosten nicht mehr und ist in einer normalen Vorsorgeuntersuchung beiinhaltet. Ausserdem gibt es PSA negative Prostatacarcinome. Die PSA ist keine Tumormarker. Sie kann als Hilfe evt dienen, ist aber nicht das Evangelium.
Hans Peter Neufeld
am Donnerstag, 13. August 2009, 15:20

Alternative Diagnosmethode!!!

Auch ich habe bisher keine Ahnung von medizinischen Fragen gehabt und glaube zunächst meinem Hausarzt bzw. Urologen.

Mein PSA-Wert lag bei meiner letzten Untersuchung bei 4.2 ng/ml und ich hatte extreme Angst vor Prostatakrebs und der daraus resultierenden Inkontinenz und einem Verlust meiner männlichen Freude.

Vielleicht ist es diese eigene Betroffenheit, die einen "kopflos" macht, da ist es mir völlig gleichgültig ob mein Auto ein neues Ersatzteil braucht oder nur eine kleine Reparatur.

Meinem Arzt schenkte ich vorerst das Vertrauen und willigte in einen Biopsietermin ein.

Nach Recherche im Internet sprach ich telefonisch mit einem Herrn einer Prostataselbsthilfegruppe, dieser hat mir einen Protein-Muster-Test empfohlen.

Dieser Protein-Muster-Test gab erstaunlicher Weise Entwarnung. Ein weiterer PSA-Test (ein Jahr später) ergab einen Wert von 2.4 ng/ml und der neue Urologe fand dies auch besorgniserregend, weil der Urologenverband den kritischen Wert auf 3 ng/ml reduziert habe und andere bereits bei 2.5 ng/ml die Biopsie empfehlen.

Ein weiterer Protein-Muster-Test gab mir erneut Entwarnung. Ich kann nur allen Patienten empfehlen sich auch selbst über alternative Behandlungsmethoden zu informieren.
Ich bin enttäuscht von meinem Urologen mir keinen Hinweis auf eine schmerzfreie nicht invasive Diagnostik Methode gegeben zu haben.

Ich fühle mich den Aussagen der Ärzte ausgeliefert, bei denen meist finanzielle Hintergründe eine Rolle bei der Behandlungsmethode spielen.

Hans Peter Neufeld
adonis
am Donnerstag, 13. August 2009, 07:43

Die grösste Lachnummer!!!!

Man mag es mir verzeihen, wenn ich mich so äussere. Aber sind wir doch mal ehrlich, da verkauft Herr Urologe und Herr Hausarzt seine PSA an seinen 30jährigen Patienten zur Früherkennung von Prostatakrebs. Klar Einkaufskosten 10 Euro und Verkaufskosten 30 Euro. Da wird den Leuten von der KV suggeriert, das Mammagraphiescreening ist das Gelbe vom Ei. Das wird den Ärzten auch so vermittelt. Ist es wahr? Welche Studien belegen das? Was klar ist, dass es eine Menge falsch positiver Befunde gibt, die mit den entsprechenden Folgen abgeklärt werden müssen. Wie sieht das mit dem Coloskopiescreening aus? Nicht besser!!! Rausgeschmissenes Geld für schlecht ausgewertete Screeningsuntersuchungen.
Und sich dann über schlecht aufgeklärte Patienten aufregen, die nur das Tun was man Ihnen von den sogenannten Spezialisten sagt. Sie wechseln auch den Verteiler in ihrem Auto, wenn ihr Mechaniker es Ihnen sagt.
Angehörige
am Mittwoch, 12. August 2009, 21:19

Krebsvorsorge

Früher habe ich regelmäßig Krebsvorsorge Gemacht,
heute muss man extra bezahlen, fast jede gynäklogische Untersuchung kostet extra Geld. Ich habe mir früher alles machen lassen über meine Krankenkarte. Das geht heute nicht mehr, man muss für alles extra bezahlen.
Ich finde das diskriminierend den Frauen gegenüber, die nicht soviel Geld haben. Werbung ist zwar gut, wenn man sie bezahlen kann. Wer kann das heute noch, wenn die Gesundheitsreform immer teuerer wird.

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