China untersucht Vorwürfe illegaler Organtransplantationen
Donnerstag, 13. August 2009
Peking – Die chinesischen Behörden haben nach Vorwürfen illegaler Organtransplantationen in Kliniken der Volksrepublik Ermittlungen eingeleitet. Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums überprüften derzeit die 164 Einrichtungen, die Transplantationen vornehmen dürften, berichtete die Zeitung „China Daily“ am Donnerstag. Mehrere Krankenhäuser haben dem Bericht zufolge Organe an „Transplantationstouristen“ verkauft.
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Das Gesundheitsministerium habe bereits 16 Kliniken benannt, die gegen die Vorschriften verstoßen hätten, berichtete die Zeitung. Allen Häusern, die bei der Inspektion durchfielen, werde die Lizenz entzogen. Grund für die Ermittlungen sind Berichte, nach denen verschiedene Spezialkliniken Ausländern illegal gegen hohe Entgelte Spenderorgane einpflanzten. Drei Kliniken seien im vergangenen Jahr bereits für den Organverkauf an „Transplantationstouristen“ bestraft worden.
Das Ministerium hatte die Untersuchung gestartet, nachdem die japanische Nachrichtenagentur Kyodo im Februar gemeldet hatte, dass 17 japanische Touristen für umgerechnet je 61.000 Euro Nieren- und Lebertransplantationen in der Stadt Guangzhou in Südchina erhalten hätten.
Üblicherweise kostet eine solche Operation in China 10.000 Euro. Ein namentlich nicht genannter Chirurg sagte der „China Daily“, sein Krankenhaus transplantiere gut zahlenden Ausländern nach wie vor Organe. Die Klinik könne die Identität der Patienten fälschen und die Behörden an der Nase herumführen, sagte er.
Nach offiziellen Schätzungen benötigen rund zwei Millionen Chinesen jährlich eine Organtransplantation, tatsächlich ausgeführt werden indes nur rund 20.000 Eingriffe. Das chinesische Gesundheitsministerium will nun nach eigenen Angaben in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz in China eine Warteliste für Organspenden erstellen.
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