| Bild: Wikipedia |
Philadelphia – Körperliche Schonung ist kein guter Ratschlag für Frauen, die nach der Operation eines Mammakarzinoms ein Lymphödem entwickelt haben. Nach den Ergebnissen einer randomisierten Studie im New England Journal of Medicine (NEJM 2009; 361: 664-673) sollten Ärzte sie besser zum Gewichtstraining ins nächste Fitnessstudie schicken.
Schmerzhaft geschwollene Arme sind nach Brustkrebsoperationen mit Lymphknotenentfernung ein häufiges Problem. Die Deutsche Krebsgesellschaft schätzt die Inzidenz des sekundären Lymphödems auf 20 bis 30 Prozent.
Den Patientinnen wird oft zur Schonung und Ruhe mit Hochlegen der Arme geraten, allenfalls eine manuelle Lymphdrainage, eine besonders Form der Massage, könne helfen. Kein Arzt würde den Frauen raten, sich ins nächste Fitnessstudie zu begeben um dort Hanteln und Gewichte zu stemmen und die Arme regelmäßig zu bewegen.
Genau dies war aber die Devise, die Kathryn Schmitz von der Universität Philadelphia an 71 Patientinnen ausgab, bei denen die Ärzte ein stabiles Lymphödem diagnostiziert hatten (10 Prozent oder mehr Differenz im Oberarmumfang).
Die Patientinnen absolvierten zweimal wöchentlich ein 90-minütiges Übungsprogramm, das die Kraft in Armen (und Beinen) stärken sollte und insbesondere auch Bizeps und Trizeps trainierte. Die Frauen trugen Kompressionsbandagen, wurden aber nicht geschont. Die Übungen wurden anfangs unter Aufsicht in kleinen Gruppen durchgeführt, später trainierten die Frauen selbstständig. Die Vergleichsgruppe bildeten 70 Frauen, denen die Wissenschaftler von sportlichen Aktivitäten abrieten.
Anders als befürchtet hat das Training die Lymphödeme nicht verschlimmert. Es kam zwar bei 11 Prozent der Teilnehmerinnen zu einer Zunahme des Armumfangs um 5 Prozent oder mehr (auch durch das Lymphödem). Doch dies war auch bei 12 Prozent der Teilnehmerinnen in der Kontrollgruppe der Fall.
Trotz diesem äußerlich identischen Ergebnis, waren die Beschwerden des Lymphödems in der Fitnessgruppe am Ende der einjährigen Studie geringer. Die Inzidenz der Exazerbationen (Schwellungen, Gewebeveränderungen oder Symptome und Einschränkungen im Alltagsleben) wurde von 29 Prozent in der Kontrollgruppe auf 14 Prozent in der Fitnessgruppe gesenkt. Und als positiven Nebeneffekt hatten die Frauen auch die Muskelkraft in Armen und Beinen gestärkt.
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