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Suizidrisiko unter Antidepressiva ist altersabhängig

Donnerstag, 13. August 2009

Silver Spring – Ein erhöhtes Suizidrisiko unter der Therapie mit Antidepressiva besteht nur bei Patienten unter 25 Jahren. Bei älteren scheint die Therapie eher vor suizidalen Absichten zu schützen. Dies ergibt eine Meta-Analyse von Mitarbeitern der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2009; 339: b2880).

Die Publikation fasst die Ergebnisse aus 372 randomisierten placebokontrollierten Studie mit 99.231 Patienten zusammen, die wegen Major-Depressionen, anderen Depressionen oder anderen psychiatrischen oder nicht psychiatrischen Erkrankungen mit Antidepressiva behandelt wurden, wobei neben modernen Antidepressiva (Serotonin-Wiederaufnahmehemmern oder andere) auch ältere Medikamente (Trizyklika und andere) einbezogen wurden. 

Die Ergebnisse, die Marc Stone und Mitarbeiter vom Center for Drug Evaluation der FDA in Silver Spring/Maryland vorstellen, sind im Prinzip nicht neu und sie bildeten eine Entscheidungsgrundlage für den letzten Warnhinweis vom Mai 2007, in dem die Altersgrenze – für die Warnung, nicht für die Indikation – auf 24 Jahre angehoben wurde. Im Februar 2005 hatte die FDA nur vor den Suizidrisiken im Alter unter 18 Jahren gewarnt.

Die Begründung für die Entscheidungen liefert Abbildung 2 der Studie, aus der klar die Altersabhängigkeit des Suizidrisikos hervorgeht. In der Altersgruppe der unter 25-Jährigen beträgt die Odds Ratio 1,62 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,97-2,71), in den anderen Altersgruppen liegt sie unter 1, was tendenziell eine protektive Wirkung anzeigt, die in der Altersgruppe der über 75-Jährigen mit einer Odds Ratio von 0,22 (0,06-0,79) sogar signifikant ist und bedeutet, dass diese Personen zu 78 Prozent seltener suizidgefährdet sind, wenn sie mit Antidepressiva behandelt werden.

Die Studie schlüsselt das Risiko auch nach den einzelnen Wirkstoffen auf, und der Editorialist John Geddes von der Oxford Universität entdeckte sogleich (in Tabelle 5 der Publikation), dass einige Wirkstoffe wie Sertralin das Risiko deutlich senken, während andere (Citalopram, Escitalopram) eher mit einem Anstieg assoziiert waren (BMJ 2009; 339: b3066). © rme/aerzteblatt.de

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