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Kurzschläfer-Gen entdeckt

Montag, 17. August 2009

San Francisco – US-Forscher beschreiben in Science (2009: 325: 866-870) erstmals eine Genvariante, welche die Schlafdauer verkürzt.

Die meisten Menschen, die behaupten, mit sechs Stunden Schlaf am Tag auszukommen, sind keine natürlichen Kurzschläfer. Sie benötigen einen Wecker, um morgens wach zu werden, und nehmen meistens Kaffee und andere Stimulanzien zu sich, um wach zu bleiben. Dennoch müssen sie feststellen, dass spätestens nach einigen Tagen der Körper die geliehene Zeit zurückverlangt.

Chronischer Schlafmangel gefährdet außerdem die Gesundheit, nicht nur weil er das Unfallrisiko in Beruf, Freizeit und im Straßenverkehr erhöht. Studien haben auch gezeigt, dass der Wachstress ein kardiovaskulärer Risikofaktor ist und insgesamt das Leben verkürzt.

Zeichen einer Übermüdung konnte der Neurologe Ying-Hui Fu von der Universität San Francisco bei den beiden Frauen, eine Mutter und ihre erwachsene Tochter, nicht finden. Sie gehörten zu einer Familie, in welcher der Kurzschlaf offenbar vererbt wurde. Beide Frauen gingen gegen jeden Abend zwischen 22.00 Uhr und 22.30 Uhr ins Bett, standen aber morgens bereits um 4.00 Uhr oder 4.30 Uhr wieder auf, ohne dass sie einen Wecker benötigten. 

Durch eine Analyse der Gene konnten die Forscher das für die Kurzschläfrigkeit verantwortlich Gen finden. Die Frauen trugen eine Variante des DEC2-Gen, das schon in früheren Studien mit der Regulierung der inneren Uhr in Verbindung gebracht wurde. Es handelt sich um einen Transkriptionsfaktor, der die Aktivität anderer Gene steuert. Den Beweis, dass die DEC2-Mutante den Schlaf verkürzt, erbrachten Experimenten an Mäusen und Fruchtfliegen, denen die Forscher die Kurzschlaf-Varianten ins Erbgut integrierten.

Die Tiere brauchten tatsächlich weniger Schlaf, was bei den Mäusen auch durch Ableitung eines EEG dokumentiert wurde. Die Tiere zeigten auch auf eine künstliche Verkürzung des Schlafes hin keine auffälligen Reaktionen, so dass DEC2 wohl tatsächlich die Dauer des Schlafes beeinflusst. 

Wie häufig die Mutation beim Menschen auftritt, ist nicht bekannt. Unter 250 weiteren Personen, welche die Forscher genetisch untersuchten, gab es keinen weiteren Genträger. Die Prävalenz dürfte weit unter einem Prozent liegen, wenn es sich nicht sogar um einen Einzelfall gehandelt hat. © rme/aerzteblatt.de

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