| dpa |
Peking – Der Zugang zu medizinischer Versorgung ist auf der Welt heute ungerechter verteilt als noch vor 30 Jahren. Das geht aus zwei Berichten hervor, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag in China veröffentlichte.
Demnach lebt etwa ein japanisches Mädchen statistisch gesehen 42 Jahre länger als ein Mädchen aus dem afrikanischen Lesotho. Doch auch innerhalb einzelner Staaten gibt es große Unterschiede. So stirbt ein Junge, der in einem Vorort der schottischen Stadt Glasgow geboren wird, durchschnittlich 28 Jahre früher als ein Altersgenosse, der nur 13 Kilometer entfernt aufwächst.
Die Ungleichheiten in der medizinischen Versorgung seien deutlich größer als noch im Jahr 1978, sagte der WHO-Vertreter in China Hans Troedsson. „Die Unterschiede sind auf das soziale Umfeld zurückzuführen, in dem die Menschen geboren werden, leben, aufwachsen, arbeiten und alt werden.“
Zudem komme es auf das jeweilige Gesundheitssystem an. Er rief die Politiker in aller Welt daher dazu auf, sich vor allem auf Prävention und die Stärkung der grundlegenden medizinischen Versorgung zu konzentrieren. Dies sei wichtiger als neue Erfindungen oder Behandlungen durch Spezialisten, sagte Troedsson.
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