Heidelberg – Heidelberger Herzchirurgen haben einer Patientin weltweit erstmals ein neuartiges Kunstherz eingesetzt. Wie das Universitätsklinikum Heidelberg am Montag mitteilte, wurde die 50-jährige Frau bereits Ende Juli operiert. Sie habe den Eingriff gut überstanden und sei wohlauf. Die implantierte Herzpumpe soll nun dauerhaft ihr eigenes, schwaches Herz unterstützen. Grundsätzlich kann mit dem Gerät aber auch die Zeit bis zu einer Herztransplantation überbrückt werden.
Den Angaben zufolge handelt es sich bei dem Implantat um eine Unterstützungspumpe, die die Pumpfunktion der linken Herzkammer vollständig ersetzen kann. Das Gerät aus Kunststoff und Titan sei mit einem Gewicht von 92 Gramm deutlich leichter als Vorläufermodelle und außerdem leiser. Die operierte Patientin litt an einer Herzschwäche, die nach Auskunft der Heidelberger Ärzte nicht mit Medikamenten behandelt werden kann. In ihrem Fall kam aus medizinischen Gründen auch eine Herztransplantation nicht infrage.
Das Ursprungsmodell einer solchen Pumpe war nach Angaben des Klinikums in den 1990er Jahren von dem inzwischen verstorbenen amerikanischen Herzchirurgen Michael DeBakey in Zusammenarbeit mit der NASA entwickelt worden. Es wog mehr als ein Kilogramm und passte nicht in den Brustkorb. Die neue, inzwischen fünfte Generation soll Patienten ein nahezu normales Leben ermöglichen.
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