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Hepatitis C: Gene bestimmen Wirksamkeit der Therapie

Montag, 17. August 2009

Durham – Eine Punktmutation auf einem Interferon-Gen kann über Erfolg oder Misserfolg einer Standardtherapie der Hepatitis C entscheiden. Das haben US-Forscher in Nature (2009; doi: 10.1038/nature08309) herausgefunden. Ihre Studie erklärt auch die bekannten ethnischen Unterschiede in der Ansprechrate bei der Standardtherapie.

Die Mutation wurde durch eine genomweite Assoziationsstudien (GWAS) an den Teilnehmern der IDEAL-Studie entdeckt, die kürzlich herausgefunden hatte, dass die Wahl der beiden verfügbaren Peginterferone keinen Einfluss auf die Erfolgschancen der heutigen Standardtherapie hat, die aus einer Kombination eines Peginterferons mit Ribavirin besteht (NEJM 2009; 361: 580-593).

Die Studie hatte aber auch erneut gezeigt, dass nicht alle Patienten auf die Therapie ansprechen. Es war bekannt, dass die Therapie bei Menschen afrikanischer Herkunft häufiger versagt. Europäer, vor allem aber Ostasiaten haben wesentlich höhere Chancen, die Viren durch eine 48-wöchige Therapie zu eradizieren (Sustained virological response, SVR).

Die Ursache hierfür könnte, wie die Gruppe um David Goldstein von der Duke University in Durham/North Carolina herausgefunden hat, in einer Punktmutation in der Nähe des Gens IL28B liegen. Es kodiert das Protein Interferon-lambda-3, das vermutlich die Interferon-Reaktion auf eine Virusinfektion beeinflusst. Interferone sind ein natürlicher Abwehrmechanismus. Als Peginterferon werden sie zur Therapie der Hepatitis C eingesetzt.

Der jetzt entdeckte Marker besteht aus dem Wechsel der Nukleinbase Cytosin (C) nach Thymin (T). Da die Chromosomen doppelt vorhanden sind, sind die Allele CC, CT und TT möglich. Die Studie zeigt, dass Träger des CC-Allel eine deutlich höhere SVR haben. Nach Angaben in der Pressemitteilung liegt sie im Bereich von 80 Prozent, während es beim TT-Allel nur 30 Prozent sind.

Das ist ein Unterschied der einen Gentest vor Therapiebeginn durchaus rechtfertigen würde – sofern in Studien geklärt ist, welche Konsequenzen aus dem Testergebnis zu ziehen wären. Er erklärt auch die deutlich schlechteren Therapieergebnisse, die bei Menschen afrikanischer Herkunft erzielt werden. 

Menschen afrikanischer Herkunft sind nur zu 25 Prozent Träger des CC-Allels, während der Anteil bei Menschen mitteleuropäischer (Kaukasier) 55 Prozent Prozent und bei Ostasiaten sogar 75 Prozent beträgt. Afroamerikaner mit dem CC-Allel hatten in der IDEAL-Studie mit 53,3 Prozent eine signifikant höhere SVR als Europäer mit dem TT-Allel 33,3 Prozent. © rme/aerzteblatt.de

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