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Ein aktives Gehirn lebt länger

Dienstag, 18. August 2009

Heidelberg – Nervenzellen leben länger, wenn durch Hirnaktivität ein spezielles genetisches Programm in Gang gesetzt wird. Die Aktivität schaltet Schutzgene an, welche die Zellen länger leben lassen. Das hat ein Team von Neurobiologen der Universität Heidelberg unter der Leitung von Hilmar Bading nachgewiesen. Die Wissenschaftler publizierten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift PLoS Genetics (doi:10.1371/journal.pgen.1000604).

Die Nervenzellen aktivieren das Schutzprogramm immer dann, wenn Zellen von ihren Nachbarn im Nervenzellnetzwerk stimuliert werden. Angeschaltet wird der Schutzmechanismus durch Kalzium, das nach Aktivierung der Nervenzellen in diese einströmt, bis in den Zellkern vordringt und dort das Ablesen der Überlebensgene hochreguliert.

„Im Alter und auch bei neurodegenerativen Erkrankungen ist dieser Kalzium-Schalter im Zellkern aufgrund eingeschränkter Gehirnaktivität nicht mehr voll funktionsfähig, was die Expression der aktivitäts-gesteuerten Überlebensgene vermindert und zum Absterben von Nervenzellen führt.“, vermutet Bading.

Die Forschungsergebnisse eröffnen nach Angaben der Arbeitsgruppe neue Perspektiven zur Behandlung degenerativer Erkrankungen des Nervensystems. „Anderseits liefern sie die wissenschaftliche Grundlage für etwas, was wir eigentlich schon immer wussten: Ein aktives Gehirn lebt länger", betont der Heidelberger Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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