Homburg – Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) und der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) haben am Montag das Deutsche Institut für Demenzprävention (DIDP) im saarländischen Homburg eröffnet. Ziel der Einrichtung der Universität des Saarlandes ist die Erforschung von Präventionsmöglichkeiten der Demenz.
In Deutschland leiden nach Angaben von Wissenschaftlern rund eine Million Menschen an einer Demenz; die Zahl der Neuerkrankungen liegt bei rund 200.000 pro Jahr. Nach Schätzungen wird sich diese Zahl bis zum Jahr 2050 mindestens verdoppeln, wenn es keine wirksamen Medikamente gibt.
Nach Darstellung des Direktors der Klinik für Neurologie, Klaus Fassbender, zeigen neue Forschungsergebnisse, dass die Alzheimer-Krankheit bereits 20 bis 30 Jahre vor dem Ausbruch der ersten Anzeichen beginnt. „Hier sehen wir eine Chance. Es gilt diese Zeitspanne zu nutzen, um so die Demenz wirksam und frühzeitig zu bekämpfen.“
Durch gezielte Prävention könnten besonders die frühen Stadien der Demenz-Erkrankung günstig beeinflusst werden. Dadurch verbessere sich die Lebensqualität der Patienten, Angehörigen und Pflegenden.
Die Forschungsarbeiten erstreckten sich von molekularer Grundlagenforschung über klinische Studien bis hin zur Untersuchung möglicher Präventionsstrategien für die klinische Praxis. Dazu gehören die Erkennung von Risikofaktoren und Risikogenen sowie nicht-medikamentöse und medikamentöse präventive und frühtherapeutische Maßnahmen.
Ministerpräsident Müller lobte, dass der Vorbeugung und frühen Intervention ein hoher Stellenwert eingeräumt werde. Es gebe zudem eine enge Verzahnung von Grundlagenforschung auf molekularer Ebene und der Anwendung beim Patienten.
Schavan verwies auf die große gesellschaftliche Bedeutung der Demenzforschung. „Demenzerkrankungen sind eine drängende gesellschaftliche Herausforderung. Wir müssen dafür sorgen, dass die exzellente Demenzforschung in Deutschland den Patienten und Patientinnen sowie ihren Angehörigen schnell zu Gute kommt.“
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