Blantyre – Wegen harter Arbeit auf den Tabakplantagen in Malawi leiden laut einer Studie zehntausende Kinder in dem südostafrikanischen Land an einer schweren Nikotinvergiftung. Kinder ab gerade einmal fünf Jahren bekämen von der Arbeit auf den Tabakfeldern starke Kopf und Unterleibsschmerzen, Muskelschwäche, Husten und Atemnot, ergab eine am Montag vorgestellte Untersuchung der Kinderschutzorganisation Plan International.
Bei der Arbeit auf den Tabakfeldern nehmen die Kinder demnach täglich bis zu 54 Milligramm des Nervengiftes Nikotin auf, so viel wie beim Rauchen von 50 Zigaretten. Bei Kindern ist eine Nikotinvergiftung besonders schlimm, weil ihr Körper nicht durch Rauchen an Nikotin gewöhnt ist.
Im verarmten Malawi arbeiten laut Plan bis zu 80.000 Kinder auf Tabakplantagen. Bis zu zwölf Stunden täglich schuften sie, oftmals für einen Hungerlohn von weniger als umgerechnet 0,01 Euro pro Stunde.
Die für die Studie befragten Kinder klagten zudem über sexuellen Missbrauch und andere körperliche und seelische Misshandlungen sowie über den Druck, für ihren eigenen Unterhalt und den ihrer Familie zu arbeiten. Die Hälfte der rund 13 Millionen Malawier lebt unterhalb der Armutsgrenze. Mit der Tabakproduktion erzielt das Land bis zu 70 Prozent seiner Exporteinnahmen.
Plan forderte die malawische Regierung auf, existierende Kinderschutz- und Arbeitsrechtsbestimmungen durchzusetzen. Die Tabakproduzenten müssten sicherere und fairere Arbeitsbedingungen schaffen und die Abnehmer des Tabaks in Europa und den USA müssten konsequenter darauf achten, dass ihre eigenen Grundsätze auch bei den Lieferanten in Malawi umgesetzt würden.
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