Krebs auf dem Rückzug
Dienstag, 25. August 2009
East Lansing – Die Krebsmortalität sinkt in allen Altersgruppen kontinuierlich. Eine Arbeitsgruppe der Michigan State University ermittelte, dass vor allem junge Jahrgänge weniger Todesfälle durch Krebserkrankungen verzeichnen. Das Fachblatt Cancer Research publiziert die Studie in seiner aktuellen Ausgabe (Cancer Res 2009; 69: 6500-6505).
Die Öffentlichkeit erhält dagegen häufig Berichte über einen Anstieg der Inzidenzraten verschiedener Krebstypen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO nimmt an, dass es im kommenden Jahr mehr Tote durch Krebs als durch Herzerkrankungen geben wird.
Nach Ansicht der Wissenschaftler der Wayne State University sind diese Aussagen zwar inhaltlich richtig, führen aber durch eine falsche Fragestellung in die Irre. „Die Bemühungen in der Vorsorge und Versorgung von Krebserkrankungen haben zu großen Gewinnen geführt“, betont Eric Kort, Erstautor der Studie: „Diese Errungenschaften werden aber aufgrund der Berichterstattung von der Öffentlichkeit nicht ausreichend gewürdigt.“
Die Wissenschaftler untersuchten die Krebssterberaten nach Altersgruppen. Sie verzeichneten für alle Geburtsjahrgänge seit 1925 einen Rückgang der Krebsmortalität. Den stärksten Rückgang verzeichneten sie für junge Altersgruppen mit 25,9 Prozent pro Jahrzehnt. In den ältesten Jahrgängen betrug der Rückgang 6,8 Prozent pro Jahrzehnt.
Trotz dieses Rückgangs werde die Annahme der WHO eintreffen, räumen die Wissenschaftler ein. Dies liege jedoch daran, dass die Todesfälle durch Herzerkrankungen noch stärker zurückgehen werden, als dies bei Krebserkrankungen der Fall ist.
© hil/aerzteblatt.de
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