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Länder wollen zusätzlichen Schweinegrippe-Impfstoff ordern

Dienstag, 25. August 2009

Erfurt – Die Gesundheits­minister der Länder wollen Anfang September bei einem Treffen in Berlin über die Nach­bestellung von noch mehr Schweine­grippe-Impfstoff entscheiden. Die Minister seien sich einig, dass zum frühestmöglichen Zeitpunkt zusätzlicher Impfstoff geordert werden muss, um jedem Bürger eine Schutzimpfung gegen die Schweinegrippe zu ermöglichen, sagte der Sprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums, Thomas Schulz, am Dienstag in Erfurt nach einer Telefonkonferenz der Länderressortchefs. Zuvor müsse allerdings die Finanzierung der Impfung geklärt sein.

Bund und Länder hatten sich am Montag bei einem Treffen im Kanzleramt noch nicht über die Finanzierung der geplanten Massenschutzimpfung gegen die Schweinegrippe einigen können. Bei dem Streit geht es um die Kostenaufteilung zwischen Bund und Ländern, wenn sich mehr als 50 Prozent der gesetzlich Versicherten gegen die Schweinegrippe impfen lassen.

Die Gesundheitsminister seien zuversichtlich, dass es bis Anfang September eine Lösung gebe, sagte Schulz. Bisher haben die Länder bei den Herstellern 50 Millionen Impfdosen bestellt, die für 30 Prozent der Bevölkerung reichen.

Zuerst sollen damit die besonders gefährdeten Risikogruppen geimpft werden. Mitte oder Ende September sollte dann möglichst weiterer Impfstoff nachbestellt werden, damit sich auch alle anderen ab November impfen lassen können, sagte der Sprecher.

Nordrhein-Westfalen hat unterdessen als erstes Bundesland wegen der Schweinegrippe den Mutterschutz erweitert. Das Gesundheitsministerium empfiehlt demnach ein Arbeitsverbot für schwangere Beschäftigte in Arztpraxen und Krankenhäusern, wie das Bielefelder „Westfalen-Blatt“ am Dienstag berichtete. Schwangere und ihre ungeborenen Kinder seien durch eine Infektion mit dem Schweinegrippe-Erreger besonders gefährdet.

In der Ärzteschaft mehrt sich indes die Kritik am Umgang mit der Schweinegrippe und am Sinn der für Herbst geplanten großen Impfaktion. „Bei uns melden sich viele Kollegen, die die Verunsicherung der Bevölkerung für übertrieben halten“, sagte Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer, der „Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung“. Die bisherigen Krankheitsverläufe seien oft leichter als bei einer gewöhnlichen saisonalen Grippe. „Wir hatten schon bedeutendere Grippewellen“, sagt Hoppe. © afp/aerzteblatt.de

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