Berlin – Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen den Medizinprofessor Holger Kiesewetter eingeleitete. Gegen den Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin der Charité werde wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz, Untreue und Bestechlichkeit ermittelt, sagte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Am 12. August seien unter anderem der Arbeitsplatz des Mediziners an der Charité sowie Objekte im Saarland und die Räume einer Steuerberatungsgesellschaft in Köln durchsucht worden.
Wie das Internetportal „Spiegel Online“ berichtet, war der Professor in den vergangenen Jahren wiederholt in die Schlagzeilen geraten. Dabei sei es unter anderem um dreistes Finanzgebaren, medizinische Studien von zweifelhafter Seriosität und öffentliche Werbung für dubiose Mittel gegangen. Beispielsweise sei an seinem Institut eine klinische Studie über ein angebliches Bio-Potenzmittel durchgeführt worden, das sich später als PR-Coup erwiesen habe. Die Klinikleitung habe später Strafanzeige erstattet.
Nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft wird gegen den Professor wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz ermittelt, weil er eine „ungenehmigte und nicht genehmigungsfähige“ Studie zu dem Präparat durchgeführt haben soll. Ihm wird zudem vorgeworfen, Voraussetzungen der Arzneimittelzulassung nicht eingehalten zu haben.
Auch besteht den Angaben zufolge der Verdacht, dass der Mediziner für die nicht genehmigte Studie „Zuwendungen“ erhalten hat. Auch soll er Personalmittel der Charité rechtswidrig für die Erstellung der Studie genutzt haben.
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